• Schirn Kunsthalle Frankfurt
    Schirn Kunsthalle Frankfurt © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2006 - Norbert Miguletz

Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main: Kunst auf der Höhe der Zeit.

Ein bisschen wirkt sie selbst wie in modernes Kunstwerk inmitten der Frankfurter Altstadt: Hell und kantig erstreckt sich die Schirn zwischen dem ehrwürdigen Dom aus rotem Sandstein und dem alten Rathaus der Stadt, dem Römer. Die Ausstellungshalle steht im Zentrum der Stadt – und ist ein wichtiges Zentrum der Frankfurter Kulturlandschaft. Sie ist eine der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands und Europas.

Der Name der Halle, Schirn, heißt auf hessisch etwa „Hütte“ oder „Schuppen“, was nicht über die Bedeutung des Hauses hinwegtäuschen kann und darf. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1986 hat die Schirn an die 200 Ausstellungen realisiert. Sie verfügt über keine eigene Sammlung, sondern organisiert befristete Ausstellungen und Projekte zu ausgewählten Themen oder zum Werk einzelner Künstler. Besonders die Übersichtsausstellungen haben zum internationalen Ruf des Hauses beigetragen, etwa zum Wiener Jugendstil, zu Expressionismus, Dada und Surrealismus, zur Geschichte der Fotografie oder zu Themen wie Shopping – Kunst und Konsum oder der visuellen Kunst der Stalinzeit. In großen Einzelausstellungen dagegen wurden Künstler wie Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Alberto Giacometti, Frida Kahlo, Bill Viola, Arnold Schönberg, Henri Matisse und Julian Schnabel gewürdigt.

Die Stellungnahme zu aktuellen Themen und Aspekten künstlerischen Schaffens ist so etwas wie das Markenzeichen der Schirn. Sie will dem Besucher nicht nur ein intensives Ausstellungserlebnis vermitteln, sondern ebenso die aktive Teilnahme an der kulturellen Diskussion ermöglichen.

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Nächste Termine:

06.10.2017 - 21.01.2018

DIORAMA. ERFINDUNG EINER ILLUSION: Es war „die brutale und enorme Magie“, die Charles Baude­laire an den Diora­men bewun­derte. Als eine mit Licht­ef­fek­ten belebte Schau­bühne im 19. Jahr­hun­dert von Louis Dagu­erre konzi­piert, wurde das Diorama als Schau­kas­ten aus Glas für Natur­kun­de­mu­seen die Präsen­ta­ti­ons­form von Wissen schlecht­hin. In einer einzig­ar­ti­gen Ausstel­lung beleuch­tet die SCHIRN in Koope­ra­tion mit dem Palais de Tokyo, Paris, eine Kultur­ge­schichte des Sehens. Im Zentrum steht das Diorama, das Ereig­nisse, Geschich­ten und Lebens­räume mit unter­schied­li­chen gestal­te­ri­schen Mitteln wirk­lich­keits­ge­treu insze­niert und rekon­stru­iert. Von der Moderne bis heute ist das Diorama eine wesent­li­che Inspi­ra­ti­ons­quelle: Eine ganze Reihe von Künst­le­rin­nen und Künst­lern des 20. und 21. Jahr­hun­derts setzen sich in ihren Arbei­ten mit diesem Konzept des Sehens ausein­an­der, indem sie die Illu­sion der Wirk­lich­keit hinter­fra­gen und dekon­stru­ie­ren. Die Ausstel­lung wird beein­dru­ckende Diora­men und Werke von Künst­lern wie Mark Dion, Isa Genz­ken, Hiro­shi Sugi­moto und Jeff Wall präsen­tie­ren. Eine Ausstel­lung in Koope­ra­tion mit dem Palais de Tokyo, Paris.

27.10.2018 - 25.02.2018

GLANZ UND ELEND IN DER WEIMARER REPUBLIK. VON OTTO DIX BIS JEANNE MAMMEN: Soziale Span­nun­gen, poli­ti­sche Kämpfe, gesell­schaft­li­che Umbrü­che, aber auch künst­le­ri­sche Revo­lu­tio­nen charak­te­ri­sie­ren die Weima­rer Repu­blik. In einer großen Themen­aus­stel­lung wirft die SCHIRN einen Blick auf die Zeit zwischen 1918 und 1933. Realis­ti­sche, ironi­sche und groteske Arbei­ten verdeut­li­chen den Kampf um die Demo­kra­tie und zeich­nen das Bild einer Gesell­schaft in der Krise und am Über­gang. Die Verar­bei­tung des Ersten Welt­kriegs in Form von Bildern verkrüp­pel­ter Solda­ten und „Kriegs­ge­winn­lern“, die Groß­stadt mit ihrer Vergnü­gungs­in­dus­trie und die zuneh­mende Prosti­tu­tion, die poli­ti­schen Unru­hen und wirt­schaft­li­chen Abgründe werden stilis­tisch ebenso viel­fäl­tig inter­pre­tiert wie das Rollen­bild der „Neuen Frau“ oder die Debat­ten um § 175 (Homo­se­xua­li­tät) und § 218 (Abtrei­bung). Auch die sozia­len Verän­de­run­gen durch die Indus­tria­li­sie­rung oder die wach­sende Begeis­te­rung für den Sport spie­geln sich in der Kunst der Zeit wider. Die Ausstel­lung versam­melt rund 200 bekannte und wenig beach­tete Künst­le­rin­nen und Künst­ler – u.a. Max Beck­mann, Kate Diehn-Bitt, Otto Dix, Dodo, Conrad Felix­mül­ler, George Grosz, Carl Gross­berg, Hans und Lea Grun­dig, Karl Hubbuch, Lotte Laser­stein, Alice Lex-Nerlin­ger, Elfriede Lohse-Wächt­ler, Jeanne Mammen, Oskar Nerlin­ger, Franz Radzi­will, Chris­tian Schad, Rudolf Schlich­ter, Georg Scholz und Richard Zieg­ler. Zusam­men mit histo­ri­schen Foto­gra­fien, Filmen, Zeit­schrif­ten und Plaka­ten entwirft die SCHIRN ein eindrück­li­ches Panorama der Kunst der Weima­rer Repu­blik.

Ort der Veranstaltung

Schirn Kunsthalle
Bendergasse
60311 Frankfurt am Main

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