Schlosskirche Wittenberg
Schlosskirche Wittenberg ©Christof Herdt

Schlosskirche Wittenberg – wo Martin Luther allgegenwärtig ist

Wenn irgendwo Kirchengeschichte geschrieben wurde, dann sicher in der Schlosskirche Wittenberg. Hier hat 1517 Martin Luther mit der Verbreitung seiner 95 Thesen begonnen, hier steht die Wiege der Reformation. 2017 wird im UNESCO-Welterbe 500-jähriges Jubiläum gefeiert.

Es ist der Geist des Umbruchs, der die Schlosskirche beherrscht. Und: Es war immer tiefe Frömmigkeit mit im Spiel. Bereits 1340, als hier askanische Herzöge eine „Allerheiligenkapelle“ gründeten. Und auch rund 150 Jahre später, als an derselben Stelle ein repräsentatives Residenzschloss stand, war dessen Kirche wieder „allen Heiligen“ geweiht. Eine umfangreiche Reliquiensammlung ließ die Kirche zum Wallfahrtsort werden.

In der Schlosskirche hielt Philipp Melanchthon seine Antrittsrede, hier forderte der bis dahin unbekannte Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther die Kirche heraus, als er am 31. Oktober 1517 zum wissenschaftlichen Disput über den Ablasshandel aufrief und seine 95 Thesen veröffentlichte. Ob dies tatsächlich in Form eines Aushangs an der Tür des Hauptportals geschah, ist allerdings umstritten. Die einstige „Thesentür“ ist heute eine Bronzetür. Zwölf Glasfenster mit den Porträts der 13 wichtigsten Reformatorenschüler Luthers sind anlässlich des 500. Geburtstags des Reformators neu dazugekommen.

Als Luther 1546 stirbt, wird er in der Schlosskirche Wittenberg begraben. Seine Gedanken zu Ablass und Gerechtigkeit, die letztlich zu seinen 95 Thesen führten, haben bis heute an Aktualität nichts verloren.

Schlosskirche Wittenberg

Öffnungszeiten: Mo. bis Sa., 10 bis 16 Uhr; So., 11.30 bis 16 Uhr

Eintritt: kostenfrei

Nächster ICE-Bahnhof: Leipzig

Führungen: Mo. bis Sa., 10.30 bis 13.30 Uhr; So., 11.30 bis 13.30 Uhr,

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