St. Petri Dom, Schleswig
St. Petri Dom, Schleswig ©Ostseefjord Schlei GmbH (Henrik Matzen)

St. Petri in Schleswig – wo der streitbare Geist noch zu spüren ist

Schon von außen ist er anders als die anderen, der Dom St. Petri in Schleswig mit seiner Silhouette aus Westturm, Dachreiter und Treppentürmen. Aus dem Jahr 1134 stammt die erste urkundliche Erwähnung der Backstein-Kathedrale , bis ins 19. Jahrhundert wurde an ihr gebaut. Und dabei wurde sie mit Kunstschätzen ganz unterschiedlicher Epochen ausgestattet.

Die Bürger Schleswigs machten nicht viel Federlesens: Als der dänische König es während eines Streits mit ihnen ablehnte, in St. Petri Zuflucht zu suchen, ermordeten sie ihn kurzerhand. Schlecht für den König, gut für die Chronik: Mit dem Vorfall 1134 wurde auch zum ersten Mal der Dom schriftlich erwähnt. Streitbar waren die Bürger auch knapp 400 Jahre später, anlässlich Luthers Besuch in Schleswig. Mit Erfolg: Die Domkirche bekam ihren ersten Pfarrer, ist seitdem protestantisch.

Heute geht es in St. Petri friedlicher zu. Dafür sorgt schon der heilige Christophorus, Schutzpatron der Reisenden, den man am Eingang des Südchors, beim Petri-Portal, trifft. Kein Geringerer als Hans Brüggemann hat ihn geschnitzt. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was im Innern der gotischen Hallenkirche zu sehen ist: der einzigartige Brüggemann-Altar. Eindrucksvolle 12,60 Meter hoch, aus Eichenholz geschnitzt, erzählt er die biblische Passionsgeschichte. Aus Eichenholz ist auch die reich verzierte Kanzel im Mittelschiff. Szenen aus dem Leben Jesu zeigen die Fresken im Schwahl, dem dreiflügeligen Kreuzgang. Renaissance-Kunst par excellence ist der Kenotaph Friedrichs I., getragen von sechs – statt üblich sieben – Tugenden. Der Sarg ist leer, Friedrichs wirklicher Ruheort im Dom unbekannt. St. Petri ist eben doch anders als die anderen.

St. Petri Dom, Schleswig

Öffnungszeiten: Mai bis September: 9 bis 17 Uhr; Oktober bis April: 10 bis 16 Uhr

Eintritt: kostenfrei

Nächster ICE-Bahnhof: Kiel

Der Schwahl ist nur im Rahmen der Führungen von Mitte Juni bis Ende August zu besichtigen, kostenpflichtig; Orgel-Sommerkonzerte mit internationalen Künstlern

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