Ilmenau, am Nordhang des Thüringer Waldes gelegen, nennt sich „Goethestadt“. Goethe besuchte Ilmenau 28-mal – nicht nur als Staatsmann, sondern auch als Naturfreund.
Der Goethewanderweg, der durch den Thüringer Wald von Ilmenau nach Stützerbach führt, verbindet Orte und Plätze, die Eingang fanden in das künstlerische Schaffen Goethes. Start der Wanderung ist das Amtshaus am Markt in Ilmenau. Hier wohnte Goethe wiederholt, wenn er sich für Amtsgeschäfte in Ilmenau aufhielt. Aus den Fenstern in der oberen Etage beobachtete er das bunte Markttreiben, über das er im „Wilhelm Meister“ berichtet. Nachdem man Ilmenau auf dem Goethewanderweg verlassen hat, gelangt man zum Schwalbenstein. Hier schrieb der Dichter am 19. März 1779 die Prosafassung des vierten Aktes der „Iphigenie“. Wunderbare Ausblicke über das Ilmtal und Manebach bietet die „Helenenruhe“. Eine alte Handelsstraße führt hinauf zum Großen Hermannstein. Die am Fuß des Porphyrfelsens liegende Höhle diente Goethe des Öfteren als Herberge. Nach einem kurzen Aufstieg erreicht der Goethewanderweg den Kickelhahn mit Aussichtsturm und Goethehäuschen. An die Bretterwand des Pirschhäuschens schrieb er am 6. September 1780 das kleine Gedicht „Wandrers Nachtlied“. Ein weiterer Goetheschauplatz am Weg ist das „Finstere Loch“, eine enge Schlucht. Sie ist Schauplatz des nächtlichen Lagers, das Goethe in seinem Gedicht „Ilmenau“ beschreibt. Ziel der Wanderung ist die Goethe-Gedenkstätte im Gundelachschen Haus in Stützerbach, die an Wochenenden und Feiertagen geöffnet hat.
Tipp
Goethe-Stadtmuseum im Amtshaus Ilmenau
Das Amtshaus zählt zu den geschichtlich wie architektonisch bedeutsamsten Gebäuden der Stadt. Die repräsentativen Räume im Obergeschoss nutzte Goethe als Dienstwohnung während seiner Ilmenauer Aufenthalte. Heute beherbergt das Gebäude unter anderem eine Goethe-Gedenkstätte.
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