Dresden mit Blick auf die Frauenkirche
Dresden mit Blick auf die Frauenkirche ©imago/VIADATA
Route 4 - von Leipzig nach Dresden

Route 4 „Politik und Rebellion“

Erbittert war der Widerstand, der Martin Luther von allen Seiten entgegenschlug. Nicht nur Bischöfe und andere kirchliche Würdenträger bekämpften sein Reformwerk, auch weltliche Fürsten sahen in seiner Mission einen unerhörten Akt des Ungehorsams. Die vierte Route zeigt einige der wichtigsten Stätten, an denen Luther seine Kämpfe austrug – und sich letztendlich doch immer durchzusetzen vermochte.

In Leipzig lieferte sich Luther anlässlich der Leipziger Disputation 1519 ein heftiges Kräftemessen mit dem katholischen Theologen Johannes Eck. Deutlicher als je zuvor manifestierten sich dabei die Unterschiede zwischen katholischer und reformierter Lehre, und wenn der Disput auch „unentschieden“ endete, führte er doch zu Luthers Kirchenbann durch Rom. Erst viele Jahre später, 1539, predigte Luther wieder in Leipzig, in der berühmten Thomaskirche.

Neben Wittenberg, der Stadt des Thesenanschlags, war Torgau das politische Zentrum der Reformation – nicht umsonst wurde hier der erste protestantische Kirchenneubau errichtet. Unweit von Torgau, in Mühlberg, erinnert das Reformationsmuseum im Kloster Marienstern an die Niederlage des reformierten Schmalkaldischen Bundes gegen die Truppen des Kaisers Karl V im Jahr 1547.

In Jüterbog wirkte 1517 der Ablassprediger Johann Tetzel, dessen Auftreten heute als Auslöser für Luthers Thesenanschlag gilt, hier fand 1519 der „Kanzelstreit zu Jüterbog“ statt, an dem Müntzer und Jüterboger Franziskaner beteiligt waren, und hier berieten die Kurfürsten unter Mitwirkung Melanchthons über die Umsetzung des Augsburger Interims. Erleben kann man diese Geschichte im Museum im Mönchenkloster, in der Kirche St. Nikolai oder auf dem Luther-Tetzel-Weg zwischen Jüterbog und Wittenberg.

Im Kloster Nimbschen bei Grimma– heute zwar eine Ruine, aber immer noch sehenswert – verbrachte die spätere Ehefrau Luthers, Katharina von Bora, ihre Kindheit und Jugend. In Dresden schließlich erfährt die Route einen würdigen Abschluss: Die Frauenkirche ist der größte protestantische Kuppelbau Europas. Davor steht ein eindrucksvolles Luther-Denkmal, und die neogotische Martin-Luther-Kirche belohnt einen Abstecher in den Stadtteil Neustadt. Ohnehin ein Muss ist das berühmte Grüne Gewölbe. Schon deswegen, weil hier Luthers Siegelring und Trinkbecher ausgestellt sind.

Unser Tipp

Dresden ist berühmt für seine Schönheit, für seine Museen und den Dresdner Christstollen – und natürlich für den Dresdner Kreuzchor, einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands und Europas. Seine künstlerische Heimstatt ist seit über 700 Jahren die Kreuzkirche, und seit er 1739 hier den ersten protestantischen Gottesdienst mit seinem Gesang verzauberte, gehören Gottesdienste, Vespern und Konzerte des Kreuzchors fest zum Dresdner Kulturkalender.

Routen-Infos

Länge: ca. 400 km

Start: Leipzig

Ziel: Dresden

Stationen: Leipzig, Wittenberg, Jüterbog, Torgau, Mühlberg, Grimma, Leisnig, Rochlitz, Zwickau, Dresden

Anreise

Flughäfen: Leipzig-Halle, Dresden

ICE-Bahnhöfe: Leipzig, Wittenberg, Dresden

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