Leben und Werk: Martin Luther zwischen Rebellion und dem Geist der Zeit

Ein reiches Leben, erfüllt und kämpferisch, voller Konflikte und Triumphe, rast- und ruhelos: Luther war Rebell und Reformator, Denker und Macher, seiner Zeit voraus und doch dem Mittelalter verhaftet.

Geboren wurde er am 10. November 1483 in der kleinen Stadt Eisleben1821, seine Kindheit und Jugend verbrachte er im nahen Mansfeld. Die Geschäfte seines Vaters ermöglichten ihm eine gute Ausbildung, und 1501 schrieb er sich an der Universität in Erfurt ein. Ein heftiges Gewitter, so geht die Sage, gab seinem Leben die entscheidende Wende: In seiner Angst gelobte er Mönch zu werden, wenn er das Unwetter heil überstünde. Nur zwei Wochen später, am 17.Juli 1505, trat er in das Kloster der Augustinereremiten in Erfurt ein, studierte Theologie und wurde schon 1507 zum Priester geweiht. Es war eine Zeit, in der der Ablasshandel florierte: Geld gegen Seelenheil war die Devise, und schon als junger Doktor und Professor kritisierte Luther diese unheilige Praxis. Am 31. Oktober 1517 schließlich veröffentlichte er dazu seine berühmten 95 Thesen in Wittenberg. Zu seiner eigenen Überraschung verbreiteten sich diese rasch in der Öffentlichkeit – und gelangten nach kurzer Zeit sogar nach Rom. 1518 leitete die römisch-katholische Kirche gegen Martin Luther eine Untersuchung wegen Ketzerei ein. Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise aber setzte statt des in Rom geplanten Verhörs eine Anhörung in Augsburg durch, die mit einer nächtlichen Flucht endete – Luther hatte sich geweigert, seine Thesen zu widerrufen. Da riss dem Papst der Geduldsfaden; er drohte Luther mit dem Bann und ließ ihn schließlich exkommunizieren. Auf dem Reichstag zu Worms, wo ihn die Bevölkerung jubelnd begrüßte, sollte Luther nochmals eine Chance bekommen, doch auch hier blieb er standhaft und versteckte sich anschließend erst einmal auf der Wartburg bei Eisenach. Am 13. Juni 1525 heiratete Martin Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Im ehemaligen Augustinerkloster lebte die Großfamilie – Luthers hatten sechs Kinder – mit Pflegekindern, Verwandten, Angestellten und Studenten. 1546 wurde Luther in seine Geburtsstadt Eisleben gerufen, um eine Erbstreitigkeit zu beenden, und hier endete auch sein Leben: Am 18. Februar starb Martin Luther und wurde drei Tage später in Wittenberg beigesetzt – in jener Kirche, an die er fast drei Jahrzehnte zuvor seine folgenreichen Thesen geschlagen hatte.

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