Menschen an Luthers Seite: Seine Frau, Reformatoren, Denker und ein Fürst

Zwei Menschen vor allem haben Martin Luther begleitet: Katharina von Bora, seine Ehefrau, und Philipp Melanchthon, der Geistesriese aus Bretten, der als allwissender „Lehrer Deutschlands“ gerühmt wurde.

Natürlich ist die Reformation untrennbar mit dem Namen Martin Luthers verbunden. Aber solch ein Werk schafft nicht ein Einzelner: eine ganze Reihe von Weggefährten standen an der Seite Luthers: bedeutende, mutige Männer – und eine Frau: Katharina von Bora, geboren am 29. Januar 1499. Als Tochter einer armen Adelsfamilie verbrachte sie ihre Kindheit im Kloster; 1523 floh sie und fand Zuflucht im Hause Lucas Cranachs des Älteren, eines engen Freundes Luthers. 1525 heirateten Katharina von Bora und Martin Luther und bezogen das alte Augustinerkloster in Wittenberg. Katharina organisierte den Haushalt, sie verwaltete das Geld und ein Bauerngut, betrieb ein Brauhaus und pachtete eine Fischzucht. Martin Luther nannte sie gern „mein Herr Käthe“ – ein Zeichen dafür, dass sie wohl die Chefin im Haus war. Sie verstarb am 29. Dezember 1552 in Torgau. Zu dieser Zeit war Philipp Melanchthon der führende Kopf der Reformation; schon zu Luthers Lebzeiten war er ihr Theoretiker, ein großer Netzwerker mit besten Verbindungen zum Kurfürsten und zu den Gelehrten Europas. Als Melanchthon am 19. April 1560 in Wittenberg starb, musste die Universität gleich drei neue Lehrer berufen, die sein Werk fortführen sollten. Er überlebte Johannes Bugenhagen um zwei Jahre und einen Tag, den Beichtvater und Freund Luthers, mit dem er 1521 zusammengetroffen war. 1523 veranlasste Luther, dass Bugenhagen zum neuen Pfarrer der Stadtkirche gewählt wurde – und damit zum ersten evangelischen Pfarrer Wittenbergs. Dass Luther hier unbehelligt leben konnte, hatte er seinem Gönner zu verdanken, Friedrich dem Weisen, der es 1519 abgelehnt hatte, ihn an Rom auszuliefern; 1521 erwirkte er beim Kaiser freies Geleit zum Wormser Reichstag und sorgte danach für Luthers Sicherheit. Obgleich der Kurfürst Luther sein Leben lang beschützte und so die Reformation erst ermöglichte, bekannte er sich erst kurz vor seinem Tod zum neuen Glauben. Ein bedeutender Zeitgenosse, wenn auch kein Weggefährte, war Johannes Calvin, der im Namen der Reformation ab 1539 ein Schreckensregime in Genf errichtete. Ebenfalls in der Schweiz, in Zürich, wirkte Ulrich Zwingli, der Luther 1529 kennengelernt hatte.

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