Als industriell geprägte Stadt mit dem Weltkonzern Bayer AG hat Leverkusen internationale Bekanntheit erlangt. Und doch ist es mehr: eine Stadt mit hohem Erholungswert, schön gelegen an den Ausläufern des Bergischen Landes, eine Stadt mit großstädtischem, pulsierendem Leben und, oft nur wenige Kilometer davon entfernt, manchmal auch unmittelbar nebeneinander, dörflicher Beschaulichkeit.
Die Stadtgeschichte, die Industriegeschichte ist
Die Geschichte Leverkusens ist lange Zeit die von einigen Dörfern, etwas abseits von Köln und Düsseldorf gelegen, erst 1930 schließen sie sich zur Stadt Leverkusen zusammen. Davor aber gab es hier schon eine große Fabrik: Die Herren Weskott und Bayer gründeten 1863 die Firma Bayer et comp. in Barmen, heute Wuppertal, übernahmen später die Chemiefirma Leverkus und verlegten den Sitz 1891 „auf die grüne Wiese“ – nach Wiesdorf, heute ein Stadtteil von Leverkusen. Die um das Werk herum entstehende Siedlung nannte der Unternehmer Leverkus nach seinem Familiensitz: Leverkusen.
Dass Leverkusen trotz dieser Prägung keine Fabrik mit einer Stadt drumherum geblieben ist, dass Leverkusen eine eigene Identität hat, Charakter, Eigenleben, ist allerorten spürbar, präsent, fast greifbar. Beispielsweise im Forum Leverkusen, mit dem sich die Stadt eine Veranstaltungsstätte von überregionaler Bedeutung geschaffen hat: Kulturzentrum und moderne Kongress- und Tagungsstätte, in der alljährlich im Herbst die renommierten „Internationalen Leverkusener Jazztage“ stattfinden. Mit dem Forum gab es somit eine zweite große Spielstätte für Konzerte, Theater und andere Veranstaltungen, nachdem das 1908 eröffnete „Erholungshaus“ der Bayer-Werke lange die erste Adresse für Kultur in Leverkusen war.
Stadtkultur: Villa Römer und Schloss Morsbroich
Stadtgeschichte verfolgen lässt sich auch in der Villa Römer, einem fast schlossartigen Anwesen im Stadtteil Opladen, das als „Haus der Stadtgeschichte“ den Leverkusener Geschichtsvereinen zur Verfügung gestellt wurde. Leverkusen kann aber auch modern: Im Schloss Morsbroich, einem schönen Jagdschloss, nur etwa einen Kilometer vom Zentrum entfernt, befindet sich das Städtische Museum für zeitgenössische Kunst Schloss Morsbroich. Seine Sammlung enthält mehr als 300 Werke der Malerei und Plastik sowie etwa 2.300 Arbeiten auf Papier; Wechselausstellungen sind u. a. Josef Beuys, Gerhard Richter, Günther Uecker oder Yves Klein gewidmet. Der Japanische Garten am Schloss ist zu jeder Jahreszeit eine Oase der Stille und Schönheit für jedermann. Es soll Leute geben, die extra wegen des Japanischen Gartens nach Leverkusen kommen – so schön ist er angelegt.