Osnabrück

Osnabrück – die bewahrten Erinnerungen

Osnabrück hat vor allem als Stadt des Westfälischen Friedens seinen Platz in der Geschichte gefunden. Aber Osnabrück ist viel mehr: eine ungewöhnlich facettenreiche Stadt, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln immer wieder neu entdecken lässt. Zum Beispiel als Stadt der Genießer, den Besucher mit wunderbaren Feinschmeckertreffs und regionalen Spezialitäten verwöhnt.

Fast unbehelligt hatte Osnabrück die Wirren des Dreißigjährigen Krieges überstanden, und so wählten die ermatteten Kriegsparteien die alte Stadt zusammen mit dem benachbarten Münster als Ort des Friedensschlusses aus. Im spätgotischen Rathaus, 1512 fertiggestellt, erinnert der Friedenssaal mit 42 Porträtgemälden von Gesandten des Friedenskongresses und Herrschern jener Zeit an die Verhandlungen. In den oberen Stockwerken zeigt ein Modell die Stadt im Jahre 1633, und die Ausstellung „Zerstörung und Aufbau“ erinnert an einen anderen Krieg: Hier wird der Wiederaufbau Osnabrücks nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs dokumentiert.

Räume gegen das Vergessen zu schaffen – das ist auch der Anspruch des Felix-Nussbaum-Hauses Konzipiert vom US-Architekten Daniel Libeskind, zeigt das spektakuläre Museum Leben und Werk des 1944 in Auschwitz ermordeten jüdischen Künstlers und Sohnes der Stadt, Felix Nussbaum. Schon die eigenwillige, irritierende Architektur des Hauses fordert zu einer Auseinandersetzung mit dem Schicksal Nussbaums heraus. Gemeinsam mit dem Kulturgeschichtlichen Museum liegt es mitten in der Innenstadt und eignet sich auch als Ausgangspunkt für einen Bummel durch die von sechs bedeutenden Kirchen beherrschte Altstadt, der wiederum mit einem Besuch im Restaurant la vie besonders stilvoll abgeschlossen werden kann. Hier schwingt in gelassener und gleichzeitig ausgesprochen edler Wohlfühlatmosphäre Küchenchef Thomas Bühner die Kochlöffel – ein Meister der Aromenküche, der mit vier Hauben in den Olymp der Kochkunst erhoben wurde.

Dass Erich Maria Remarque, der mit „Im Westen nichts Neues“ einen wohl für alle Zeiten gültigen Antikriegsroman geschrieben hat, in Osnabrück geboren wurde, passt ebenfalls ins Bild der Friedensstadt. Der zweijährlich vergebene Friedenspreis der Stadt ist nach ihm benannt. Noch viel weiter in die Vergangenheit reichen die Erinnerungen an eine besondere historische Stätte vor den Toren der Stadt: Museum und Park Kalkriese markieren den Ort, an dem mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahre 9 die Varusschlacht stattgefunden hat, vielen besser bekannt als Schlacht im Teutoburger Wald. 1989 begannen hier planmäßige Ausgrabungen, die eine große Zahl von Münzen, Waffen und Ausrüstungsgegenständen römischer Soldaten zutage förderten, ebenso die Reste einer Wallanlage. Hier entstand der Museumspark Varusschlacht, der im Jahr 2001 durch einen eindrucksvollen, mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm ergänzten Museumsbau vervollständigt wurde. Auf dem Gelände des Parks werden bis heute auch für die Öffentlichkeit zugängliche archäologische Ausgrabungen durchgeführt, und die immer in ungeraden Jahren stattfindenden „Römer- und Germanentage“ sind gut besuchte Geschichtsstunden mit „Live-Charakter“. Geschichte zum Miterleben bietet auch das Museum Industriekultur, das den früheren Steinkohlenbergbau in und um Osnabrück darstellt: Mit einem gläsernen Fahrstuhl geht es hier 30 Meter tief unter Tage in einen wieder freigelegten historischen Stollen.

Dass aber über so viel Vergangenheit die Gegenwart in Osnabrück keineswegs verloren gegangen ist, werden Sie in jedem Winkel der Stadt spüren: Shopping, Musik, Kabarett, Märkte, Festivals und Events stehen gleichfalls ganz oben auf der Agenda. Die wechselnden Ausstellungen zur modernen Kunst in der Kunsthalle Dominikanerkirche finden bundesweit und international große Beachtung. Und die herrliche Umgebung des Natur- und Geoparks TERRA.vita, eines Teils des Geopark-Netzwerks der UNESCO, bietet Ausflugsziele von besonderem Reiz. Ein weiterer Beweis, dass Osnabrück bei Weitem nicht nur vom Reiz der Erinnerungen lebt, sondern sehr wohl im Hier und Heute.

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Youpodia Popguides - Mit Fabian von Wegen durch Osnabrück

Wer kennt das nicht? In den Stadtführern stehen nur Bars, in denen Touristen sitzen - und die angeblichen Geheimtipps sind längst keine mehr. Das gibt es beim neuen Youpodia Popguide garantiert nicht. Denn hier kommen die Tipps von echten Insidern der Szene ihrer Stadt: von jungen Bands und Künstlern. ----------------------------------- MIT FABIAN VON WEGEN DURCH OSNABRÜCK ----------------------------------- Fabian von Wegen und seine Band gehören der Generation „irgendwo-in-den-Zwanzigern“ an. Da treibt einen vieles um. Das Verlorensein in dem, was man Leben nennt, und gleichzeitig der Hunger danach. Um darüber nicht gänzlich den Kopf zu verlieren und in Schockstarre zu verfallen, macht Fabian von Wegen Lieder daraus. Wie das klingt, kann man sich ab dem 08. März 2013 auf seinem Album „Emotionale Zitrone“ anhören. ----------------------------------- DIE LIEBESERKLÄRUNG ----------------------------------- Was macht die Stadt für dich so besonders? Man kann das ganz einfach auf den Punkt bringen: Osnabrück ist einfach nett. Die Stadt ist nett und die Menschen auch. Die Stärke der Stadt liegt in ihrer Überschaubarkeit, ohne aber total dörflich zu wirken. Mit dem Fahrrad ist man bestens unterwegs: Im Prinzip erreicht man so die wichitgsten Ziele in maximal einer Viertel Stunde. In anderen "richtigen" Großstädten lästert man ja über die Provinz-Stadt am Südzipfel Niedersachsens. Aber wenn man erstmal eine längere Zeit hier gelebt hat, weiß man genau das zu schätzen. Dass man in zwanzig Minuten inmitten der Natur steht, kann eigentlich auch nur ein Pluspunkt sein. Wer nicht zwingend ein mega-urbanes Flair zum Leben und Arbeiten braucht und gleichzeitig ein sympathisches und aufgeschlossenes Umfeld einer Studentenstadt mag, der kommt einfach nach Osnabrück. Welche Songs beschreiben deine Lieblingsstadt am besten? Meines Wissens gibt es einen Schlager aus den 90ern, in dem es heißt, dass man sein ganz großes Glück natürlich nur in Osnabrück finden würde, bzw. im Zug hin nach Osnabrück... muss man vielleicht mal ausprobieren... ----------------------------------- MUST SEES ----------------------------------- Welche drei Sehenswürdigkeiten sollte ich als Tourist auf jeden Fall gesehen haben? Die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und dem historischen Marktplatz ist wirklich sehr schön. Dort steht dann auch das Rathaus des Westfälischen Friedens. Ansonsten sollte man, wenn es gerade passt, die Kulturnacht Ende August besuchen. Da bekommt man den kulturellen Rundumschlag von Musik, Theater und bildender Kunst, alles was die Stadt so zu bieten hat; dann haben alle kulturellen Einrichtungen vom frühen Abend bis tief in die Nacht geöffnet. Man sollte dafür viel Zeit einplanen, da die Stadt in dieser Nacht wirklich aus allen Nähten platzt. Welche Orte sind völlig überschätzt? Schwer zu sagen. Das hängt wohl viel damit zusammen, was man erwartet, aber völlig überschätzt ist hier wahrscheinlich gar nichts... Was zeigt ihr euren Gästen als erstes von der Stadt? Eigentlich nichts Konkretes. Im Sommer machen wir mit Freunden Ausflüge am Kanal, etwas abseits vom Trubel. Da kommt dann Urlaubsstimmung auf. Baden darf man da eigentlich nur bedingt, aber wird man trotzdem tun (müssen!). In welches Museum sollte man gehen? Erich Maria Remarque Museum. Nur kann ich peinlicherweise selber noch nichts Konkretes darüber erzählen, weil ich noch nicht da gewesen bin, das aber nachholen werde. Ich habe mir 2013 dafür vorgenommen. Außerdem für Geschichtsaffine: es gibt Nachtwanderungen durch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dabei erfährt man Vieles über die Osnabrücker Stadtgeschichte. Wo kann ich die jungen Bands der Stadt entdecken? Lokale Bands hört man häufig im Haus der Jugend, in der Lagerhalle oder auch im Bastard Club. Bekanntere Bands kriegt man eher im Rosenhof, in der Kleinen Freiheit oder im Glanz und Gloria zu hören. Außerdem gibt es seit 2010 das Indoor-Festival "Popsalon", wo man viel Neues, u.a. auch lokale Bands aus und um Osnabrück zu sehen bekommt. ----------------------------------- KULINARISCHES UND SHOPPING ----------------------------------- Welche Spezialität muss ich unbedingt probieren? In der Nähe des Herrenteichswalls in der Innenstadt gibt's einen Inder, Ashoka. Der Chef des Restaurants freut sich besonders, wenn man sein Curry extra-scharf bestellt. Dann fließen auch schon mal Tränen... (Taschentücher mitnehmen!) Wer es eher urig-rustikal mag, sollte das Wirtshaus "Rampendahl" testen. Die eigene Hausbrauerei macht unglaublich leckeres, naturtrübes Bier. Wo kann ich gut und günstig essen? Lecker Döner und recht günstig bekommt man beim "Alibaba". Oder bei der Konkurrenz, direkt um die Ecke. Achso, und dann gibt's da noch die Stadtwurst... in der Fußgängerzone. Im Verhältnis teuer, aber wohl viel gesünder sind die verschiedenen Märkte, wo man am besten recht früh (z.B. direkt nach einer durchzechten Nacht) durchschlendern sollte. Wo kriege ich die coolsten Klamotten der Stadt? Keine Ahnung... Wo kann ich meine Musiksammlung erweitern? Auf dem Nachtflohmarkt. Den gibt's nur ein oder zwei Mal im Jahr. Da kriegt man Musik auf haptischen Tonträgern wie Kassetten, Schallplatten und CDs... Das kennt die ganz junge Generation von Musikhörern ja schon fast nur aus dem Museum. ----------------------------------- PARTY UND NACHTLEBEN ----------------------------------- Wo beginnt ihr eure Streifzüge durch die Nacht? Man startet oft in eine der innerstädtischen Kneipen. Im "Tiefenrausch", "Grünen Jäger", im "Grand Hotel" oder im "Trash". Totaler Geheimtipp und wer sich für das Würfelspiel "Schocken" interessiert, sollte einen Abstecher ins "Schmale Handtuch" wagen - das ist eigentlich so dermaßen unhip, dass es schon wieder total hip ist. Superschön und chillig: An Sommerabenden ist der Schlossgarten der Uni ein beliebter Treffpunkt zum Grillen und Abhängen. Das hat manchmal ein wenig Festival-Charakter, wenn hunderte Leute sich auf der Schloga-Wiese breit machen. Wo kann ich am besten feiern gehen? Das pauschal zu beantworten ist bei so vielen Feiereivorlieben eigentlich unmöglich. Trotzdem wage ich mal zu behaupten, dass die halblegalen Elektroparties in alten Skatehallen, unabhängig vom Musikgeschmack, wenn man es einmal so richtig krachen lassen will, doch schon ganz vorne mit auf der Liste stehen. Ganz anders unterhaltsam, und ein absolutes Muss ist "Disco Bingo" mit Chrisian Steiffen in der schönen Eckkneipe Grand Hotel, jeden ersten Mittwoch im Montag. ----------------------------------- ÜBERNACHTEN ----------------------------------- Wer Lust auf einen Osnabrück-Besuch hat, findet in der Stadt auch eine Jugendherberge: http://www.youpodia.de/jugendherberge/osnabrueck ----------------------------------- MEHR INFOS ----------------------------------- Noch mehr zu Fabian von Wegen findet ihr hier: http://www.youpodia.de/blog/birk-grueling/pop-guides-mit-fabian-von-wegen-durch-osnabrueck Interview: Birk Grüling, www.youpodia.de Foto: Fabian von Wegen

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