Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf das Deutschland-Incoming
Hier finden Sie regelmäßige DZT-Marktupdates zum Iran-Krieg
Stand vom 21.9.2026 (ersetzt die Fassungen vom 26.8.2026, 21.7.2026, 8.7.2026, 11.6.2026, 1.6.2026, 13.5.2026, 8.5.2026, 4.5.2026, 22.4.2026 und 21.4.2026)
Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) reagiert mit umfangreichen Maßnahmen auf die Eskalation des militärischen Konfliktes im Nahen Osten und mögliche Folgen für den deutschen Incoming-Tourismus. Eine eigens eingerichtete Krisen-Taskforce koordiniert die kontinuierliche Auswertung von Daten zur aktuellen Entwicklung. Das Monitoring ist die Grundlage für einen intensiven Austausch mit Stakeholdern, Partnern in der deutschen sowie der internationalen Reiseindustrie, Akteuren im politischen Raum und länderübergreifenden Tourismusorganisationen.
Mit Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen USA und Iran am 15. Juni 2026 öffneten sich teilweise Transit-Routen durch die Straße von Hormus und es bestand Aussicht auf einen Peace Deal. Der Rohölpreis sank deutlich. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel am 8.7.2026 auf ca. 77,72 US-Dollar, die US-Sorte WTI auf ca. 73,67 Dollar.
Oxford Economics erhöhte den Forecast für die Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland 2026 von +2,6% auf +2,9% (jeweils 2026:2025). Für die Übernachtungen europäischer Gäste in Deutschland liegt das erwartete Wachstum für 2026 bei+ 2,6%, für die Übernachtungen von Gästen aus Übersee in Deutschland bei +3,8%.
Die Umsetzung des Waffenstillstands ist wiederholt erheblichen Verstößen ausgesetzt, wodurch erneut ein hohes Risiko in der Golfregion entsteht. Seitens USA Mitte August 2026 Drohung mit Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Der Rohölpreis steigt und liegt am 26.8.2026 bei 86,91 US-Dollar für ein Barrel der Nordseesorte Brent und auf US-Dollar 80,84 für ein Barrel der US-Sorte WTI.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Das US-Außenministerium warnt vor einer Eskalation des Konflikts zwischen dem mit den USA verbündeten Saudi-Arabien und der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen. US-Staatsangehörige wurden In der Reisewarnung vom 15.9.2026 aufgerufen, Reisen in die Region ernsthaft zu überdenken („reconsider travel“).
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Der stellvertretende UN-Generalsekretär Khaled Khiari erklärte vor dem Sicherheitsrat, die Lage in und um die Meerenge Bab al-Mandab sei zunehmend instabil. Er verwies außerdem auf Berichte über Opfer und beschädigte Wohnhäuser in mehreren saudi-arabischen Städten infolge von Raketen- und Drohnenangriffen der Huthis am 14. September 2026.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Die Europäische Union hat die jüngsten Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien mehrfach scharf verurteilt. Sie sieht darin eine gefährliche Eskalation mit Risiken für die regionale Stabilität, die Sicherheit der internationalen Schifffahrt im Roten Meer und die laufenden Friedensbemühungen im Jemen. Die EU fordert die Huthi-Miliz auf, sämtliche Angriffe einzustellen und setzt sich weiterhin für eine diplomatische Deeskalation des Konflikts ein.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Nach Angaben der US Energy Information Administration trugen eingeschränkte Ölexporte aus dem Nahen Osten und Angriffe auf saudische Ölexportrouten durch die Meerenge Bab al-Mandab zum Anstieg der Rohölpreise bei. Der Rohölpreis steigt weiter und liegt am 21.9.2026 bei 102,44 US-Dollar für ein Barrel der Nordseesorte Brent und auf US-Dollar 94,19 für ein Barrel der US-Sorte WTI.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Die European Authority for Aviation Safety EASA verweist weiterhin auf erhebliche Risiken für die zivile Luftfahrt im Luftraum von Bahrain, Kuwait, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Teilen Omans infolge der regionalen Spannungen und der anhaltend instabilen Sicherheitslage. . Die EASA hat das Sicherheitsbulletin CZIB-2026-07 als Revision 2 (CZIB-2026-07R2) aktualisiert und die Gültigkeit bis zum 30.09.2026 verlängert.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamts liegen die Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland im Juli 2026 bei 10,7 Millionen und damit um +3,1% über dem Juli 2025. Für den kumulierten Zeitraum Januar – Juli 2026 : Januar – Juli 2025 liegen die Übernachtungen ausländischer Gäste bei 47,1 Millionen und damit 1,0% über dem Vorjahresvergleichszeitraum. Trotz der schwierigen Marktbedingungen kann der deutsche Incoming-Tourismus insbesondere im Juli 2026 Zugewinne erzielen, vor allem auch wegen der Steigerung der internationalen Übernachtungen aus den Niederlande (zweistelliges Wachstum von +11,6%), Schweiz (+2,9%), Polen, Frankreich (jeweils +3,6%) und weiterer europäischer Quellmärkte sowie aus Indien (+3,6%) und Brasilien (+16,0%).
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Ein weiterer Indikator für ein optimistisches Stim-mungsbild liefert das aktuelle DZT Travel Industry Expert Panel für das 3. Quartal: Dem-nach schätzen 45 Prozent der Entscheider in der internationalen Reiseindustrie ihr aktu-elles Deutschlandgeschäft positiv ein – ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem vorheri-gen Quartal. Die Entwicklung der Geschäftssituation in den kommenden sechs Mona-ten bewerten 51 Prozent positiv.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: In einer Befragung von Tour Operators, Wholesalers, OTAs und DMCs durch die European Tourism Association ETOA vom 7.9.2026 berichten Vertreter von Tour Operators und Destination Management Companies (88%) sowie An-bieter/Destinationen (89%) von mindestens moderaten Auswirkungen der Nahostkrise auf deren Business. Tour Operators und Destination Management Companies vermel-den Nachfragerückgänge und mehr Stornierungen, Anbieter spätere Buchungen und weniger long-haul Reisende. Zusätzliche Belastungsfaktoren sind Preis- und Erreichbar-keitsrisiken, Tour Operators, Wholesalers, OTAs und DMCs blicken vorsichtiger auf 2027.
In einer DZT-exklusiven Befragung in 15 Ländern signalisierten 55% der Auslands- reisenden weltweit, dass diese aufgrund des Middle East Konflikts kürzerfristiger zur Abreise buchen werden.
WTTC prognostiziert im Rahmen des Economic Impact Research ein Wachstum des Tourismus-Sektors 2026 weltweit um 3,2 %. Für Europa wird erwartet, dass das europäische BIP-Wachstum 2026 aufgrund anhaltender inflationsbedingter Belastungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten nur 1 % erreichen wird, während das BIP der Reise- und Tourismusbranche voraussichtlich um 3,6 % wachsen wird. Die Ausgaben internationaler Besucher in ganz Europa sollen dem Report zufolge um 7,1 % steigen. Es wird erwartet, dass Reisen und Tourismus bis 2026 weltweit 376 Millionen Arbeitsplätze und damit einen von neun Arbeitsplätzen weltweit begründen.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: UN Tourism erwartet mit Veröffentlichung vom 17.9.2026 angesichts der jüngsten Daten und der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten, dass die internationalen Touristenankünfte im Jahr 2026 weltweit um 1 % bis 2 % wachsen werden. Dies liegt unter der Prognose von UN Tourism vom Januar, die noch von einem Wachstum von 3 % bis 4 % ausgegangen war. Die tatsächliche Entwicklung wird jedoch davon abhängen, wie lange der Konflikt andauert und welche Auswirkungen er auf die Ölpreise sowie auf die allgemeine Inflation hat.
Gleichzeitig wird erwartet, dass internationale Reisende weiterhin verstärkt auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten und entweder Ziele in der Nähe ihres Wohnorts oder Reisen im eigenen Land bevorzugen. Auch dies ist eine Reaktion auf die weiterhin hohen Preise und die bestehende Unsicherheit.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Internationaler Tourismus behauptet sich lt UN Tourism mit einem Wachstum von 0,4 % im ersten Halbjahr 2026, während der Nahostkonflikt und steigende Kosten die Dynamik bremsen.
Markteinschätzung
Kurzfristige Auswirkungen auf die Reiseströme infolge der militärischen Eskalation
Global laufen nach Analysen von Tourism Economics 14 Prozent des internationalen Transitverkehrs über die Hubs am Golf, ca. 28 Millionen Reisen aus dem Nahen Osten sind betroffen, 60 Prozent davon Reisen nach Europa.
In Deutschland entfielen 2025 von allen Flugankünften 4,2 Prozent auf die Drehkreuze in den Golfstaaten – davon 55,1 % direkt aus den VAE und 44,9 Prozent als Transitpassagiere.
Bezogen auf die einzelnen Quellmärkte reisten 2025 73,2 Prozent der Gäste aus den Golfstaaten über Dubai / Abu Dhabi / Doha nach Deutschland, 31,4 Prozent der Gäste aus Singapur, 16 Prozent der indischen, 6,9 Prozent der chinesischen und 4,6 Prozent der japanischen Touristen.
Nach einem Einbruch der Zahl der Flugankünfte in Deutschland über die Golf-Hubs um 39% im März 2026 zu März 2025 zeigt sich eine schrittweise Verbesserung auf -31% (April 2026 : April 2025) sowie -18% (Mai 2026 : Mai 2025). Im Juni 2026 schwächt sich die Zahl der Flugankünfte in Deutschland über die Golf-Hubs wieder ab auf -29% (Vergleich Juni 2026 : Juni 2025). Im Juli 2026 verbessert sich die Zahl der Flugankünfte in Deutschland über die Golf Hubs auf -22% (Vergleich Juli 2026 : Juli 2025).
Sitzplatzkapazitäten aus der GCC Region (UAE, Saudi Arabien, Oman, Quatar, Kuwait, Bahrain) erholen sich von Juni 2026 (-32%) auf Juli 2026 (-15%). [Aktualisierung vom 21.9.2026]: Auch im August 2026 lagen die Sitzplatzkapazitäten bei -15% im Vergleich zum August 2025.
Als direkt vom Nahostkonflikt betroffene Märkte generierten 2025 Israel 0,6 Millionen Übernachtungen in Deutschland – ein Marktanteil von 0,8 Prozent und die Golfstaaten 1,2 Millionen Übernachtungen (1,5 Prozent Marktanteil). Aufgrund der überdurchschnittlich hohen Reiseausgaben von Reisenden aus den GCC wirken sich diese Rückgänge jedoch überproportional auf die wirtschaftliche Wertschöpfung aus.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der EU-Kommissar für Nachhaltigen Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas, erklärte am 24.6.2026, der Anfang März ausgebrochene Iran-Krieg habe erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Reisetätigkeit gehabt und habe erneut gezeigt, wie wichtig Resilienz sei.
An erster Stelle unter den Importregionen, die auf den Nahen Osten angewiesen sind, steht OECD-Europa. Der Nahe Osten hat typischerweise bis zu 375 Tsd. b/d oder 75 % der Netto-Importe von Flugbenzin Europas geliefert. Im April 2026 ersetzen vor allem Nordamerika und Afrika (Nigeria) Teile des Imports von Kerosin aus Middle East.
Eine Preissteigerung der durchschnittlichen base fares (ohne Steuern und Zuschläge) für Flüge nach Deutschland aus USA, China und Japan konnte auch im Juli 2026 nach Erhebungen von Amadeus nicht nachgewiesen werden. Für Flüge aus Indien nach Deutschland steigerten sich die durchschnittlichen base fares um +1,8% in diesem Zeitraum.
Mit Ausnahme von Flügen aus UAE nach Deutschland (Steigerung der durchschnittlichen base fares um +12,6%) reduzierten sich die durchschnittlichen base fares aus der Region im Vergleich Juli 2026 zu Juli 2025.
Zugleich sind auch die Preise für Benzin so stark gestiegen, dass die Branche mit einem Einfluss auf die Reisekosten für Pkw-Reisen in Europa rechnen muss. Mit einem Anteil von 44 Prozent im Modalsplit ist der PKW das Hauptanreisemittel für europäische Reisende nach Deutschland.
Fluggesellschaften inklusive Lufthansa streichen Kapazität. Laut Guardian wurden weltweit rund 2 Mio. Airline-Sitze aus den Mai-Flugplänen gestrichen. Hintergrund sind stark gestiegene Kerosinpreise und eine erhöhte Planungsunsicherheit. Cirium-Daten zufolge sollen im Mai rund 13.000 Flüge weniger stattfinden; global entspricht das zwar weniger als 2 % der Kapazität, kann aber auf einzelnen Strecken und Drehkreuzen deutlich spürbar sein.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Die Auswirkungen auf den Schiffsverkehr sind inzwischen erkennbar. Die IEA berichtet von stark eingeschränkten Öl- und Produkttransporten aus der Golfregion, erheblich gestiegenen Tankerkosten und rückläufigen globalen Lagerbeständen. Zusätzliche Angriffe auf die saudische Ost-West-Pipeline und Risiken am Bab al-Mandab begrenzen zugleich wichtige Ausweichrouten. Umfang und Dauer der gesamtwirtschaftlichen Folgewirkungen bleiben allerdings unsicher.
Eine drohende globale Wirtschaftskrise aufgrund unterbrochener Logistikketten kann über sinkende Kaufkraft in betroffenen Quellmärkten auch Touristenströme schwächen. Dafür gibt es bisher jedoch keine belastbaren Indikatoren.
Bis wann die Öffnung der Straße von Hormus zu einer Belebung der Weltwirtschaft führen wird, wird von Experten uneinheitlich eingeschätzt.
Resilienz des deutschen Incoming-Tourismus
Rund 77 Prozent der Ausländerübernachtungen in Deutschland werden durch innereuropäische Reisende generiert. Zusätzlich ist zu erwarten, dass intraeuropäische Reisen durch den aktuellen Konflikt 2026 zunehmen werden. So stellt die European Travel Commission in einer Erhebung nach Ausbruch des Irankriegs eine Steigerung der innereuropäischen Reiseabsichten um acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum fest.
In einem Update dieser Erhebung mit Erhebungszeitraum Mitte bis Ende Mai 2026 entscheiden sich 64,5% der europäischen Reisenden für eine Reise innerhalb Europas.
Das bestätigt eine erste Studie von Appinio im Auftrag der DZT nach Beginn des Iran-Krieges, laut der die Reiseabsichten aus den großen Quellmärkten Niederlande und Belgien nach Deutschland steigen.
Expedia verzeichnet für das Suchvolumen nach Deutschland für den Zeitraum 28.2.2026 bis 21.6.2026 zum Vorjahresvergleichszeitraum eine fast stabile Suchnachfrage (-0,3%), und liegt damit über dem Suchvolumen nach Europa (-2,4%). Die Buchungen in Deutschland zeigen für diesen Vergleichszeitraum trotz geringerer Übernachtungen (-0,4%) stabile Einnahmen (+2,9%).
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Die Daten der amtlichen Statistik für den Zeitraum Januar – Juli 2027 bestätigen diese: die Übernachtungen internationaler Gäste in Deutschland liegen mit +1,1% über den Übernachtungen internationaler Gäste aus Übersee (-2,8%).
Conclusio
Die militärischen Konflikte im Nahen Osten wirken sich direkt und indirekt auf den deutschen Incoming-Tourismus aus.
Chancen für das Reiseland Deutschland im internationalen Wettbewerb gründen sich auf das positive Image als sicheres Qualitätsreiseziel und den aktuellen Trend zu intraeuropäischen Reisen.
Europa als Ganzes, und insbesondere Deutschland wird von Auslandsreisenden als vergleichsweise sicheres Reiseziel wahrgenommen.
[Aktualisierung vom 21.9.2026]: Innerhalb der europäischen Wettbewerber kann Deutschland mit einem sehr günstigen Preisniveau punkten. Die Hotelpreise in Deutschland lagen laut MKG Consulting im saisonal starken Reisemonat Juli 2026 mit durchschnittlich 97,20 euro deutlich unter den Preisen der Wettbewerber Frankreich (134,80 €), Italien (168,80 €), Spanien (170,40 €) und Österreich (107,50 €).
Insgesamt gibt es realistische Chancen, dass Rückgänge aus Nahost strukturell durch Gäste aus Europa und Überseemärkten wie USA, China, Japan oder Indien abgefedert werden können. Bereits in vergangen Krisen zeigte sich die hohe Resilienz des Incoming Tourismus durch die breite Marktaufstellung.
Unter der übergreifenden Voraussetzung, dass es keine weitere Eskalation der Konflikte gibt und keine weltweite wirtschaftliche Krise Raum greift, könnte sich der deutsche Incoming-Tourismus ein weiteres Mal als krisenresilient erweisen.
Die DZT ging bis zum Beginn des Iran-Konflikts von einem Wachstum des weltweiten Incoming nach Deutschland von +3,2 % für 2026 aus, unter der Annahme einer stabilen geopolitischen Lage ohne starke Ölpreis- und Inflationsanstiege.
Die Prognose von Tourism Economics vom 29.6.2026 geht von folgendem Szenario für das Deutschland Incoming ([Aktualisierung vom 26.8.2026]:Übernachtungen internationaler Gäste in Deutschland) aus:
Übersee
- Hohe wirtschaftliche Relevanz trotz eines geringen Volumenanteils von 1,5 Prozent am Deutschland-Incoming: Gäste aus den GCC generieren rund 3,0 Mrd. € Umsatz und geben im Schnitt etwa doppelt so viel aus wie der globale Durchschnitt.
- Hohe strukturelle Abhängigkeit: 73,2 % der Flugankünfte aus den VAE nach Deutschland erfolgen über diese Drehkreuze
- Deutliche Marktkorrektur: DZT-Prognose 2026 von +5 % auf -14 % angepasst [Aktualisierung vom 21.9.2026]: aktuell Übernachtungen Januar-Juli 2026 zu Januar-Juli 2025: -22,6%)
- Reisende legen verstärkt Wert auf Flexibilität und Preis-Leistungs-Verhältnisse, was sich in kürzeren Buchungszeiträumen, erstattungsfähigen Tarifen und alternativen Routen widerspiegelt.
- Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach neuen Reiseformaten wie längeren Aufenthalten und kombinierten Leisure- und Remote-Work-Konzepten.
- Verschiebung ATM auf den 14.-17. September 2026: Die geplante Beteiligung wird entsprechend an den neuen Termin im Sommer angepasst. Eine konkrete Ausgestaltung erfolgt aktuell in enger Abstimmung mit der Messe sowie den deutschen Partnern.
- Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklun-gen bewertet die DZT die Lage in den GCC-Märkten kontinuierlich und entscheidet tagesaktuell über die weitere Marktbearbeitung. Ziel ist es, die Marktpräsenz Deutschlands aufrechtzuerhalten und Marketingbudgets verantwortungsvoll ein-zusetzen.
- Israel verzeichnet massive Einschränkungen im Flugverkehr die zu einem Rückgang von -75 Prozent bei den Passagierankünften und um -79 Prozent bei der Sitzplatzkapazität führen. [Aktualisierung vom 26.8.2026]: Mit August 2026 zu August 2025 lagen die Sitzplatzkapazitäten von Israel nach Deutschland bei +21%.
- Vor dem Hintergrund der stark eingeschränkten Marktsituation betreibt die DZT ein enges Monitoring der weiteren Entwicklung sowie einen kontinuierlichen Austausch mit lokalen Key Accounts, um Marktveränderungen frühzeitig zu erkennen und eine schnelle Reaktivierung bei Stabilisierung der Rahmenbedingungen zu ermöglichen.
- Die asiatischen Märkte entwickeln sich differenziert, insgesamt bleibt die Nachfrage stabil, ist jedoch volatiler als in Europa oder Nordamerika und reagiert sensibler auf externe Einflüsse.
- China und Indien verzeichnen einen dynamischen Jahresbeginn mit steigender Nachfrage nach Deutschland; für beide Märkte wird auch für 2026 eine weiterhin positive Wachstumsentwicklung erwartet.
- Die Anträge für Schengen VISA aus China stiegen im ersten Quartal 2026 zum ersten Quartal 2025 um 20%.
- Unterschiedliche Abhängigkeiten von den Middle-East-Hubs: China (6,9 Prozent) und Japan (4,6 Prozent) sind nur in geringem Maße betroffen und profitieren von stabilen sowie breit diversifizierten Flugverbindungen über Direktflüge und alternative europäische Drehkreuze. Indien weist mit einem Anteil von rund 16 Prozent eine deutlich höhere Abhängigkeit auf, kann die Auswirkungen jedoch zumindest teilweise durch alternative Direktverbindungen abfedern.
- Alternative Verbindungen aus Indien nach Deutschland ausgehend von den Airports Indira Gandhi International , Chhatrapati Shivaji International Mumbai, Kempegowda International Karnataka
- Indirekt wirken sich die Einschränkungen dennoch auf alle Märkte aus: längere Flugrouten, geringere Kapazitäten und steigende Preise bremsen die Buchungsdynamik und verstärken die Nachfrage nach Direktverbindungen.
- Der Fokus der DZT-Marktbearbeitung liegt auf einem engen Monitoring der Marktentwicklung sowie der Sicherstellung einer kontinuierlichen Präsenz. Gleichzeitig wird der Austausch mit relevanten Key Accounts intensiviert, um Marktveränderungen frühzeitig zu erkennen und flexibel darauf zu reagieren.
- Eine Studie des Marktforscher MMGY vom Februar 2026 für international Reisende aus USA zeigt: die Absicht für internationale Reisen ist auf einem Mehrjahreshoch, wobei 36 % der aktiven US-Freizeitreisenden beabsichtigen, in den nächsten sechs Monaten ins Ausland zu reisen – der stärkste Wert seit vor 2020.
- Die nordamerikanischen Märkte zeigen sich weiterhin robust. Konnektivität und Nachfrage bleiben stabil, was auch durch die positive Entwicklung der Flugverbindungen zwischen Europa und Nordamerika gestützt wird.
- Operative Rückmeldungen zeigen keine Nachfrageeinbrüche und signifikanten Stornierungen. Buchungen und bestehende Reisen bleiben stabil. Kunden nehmen sich jedoch mehr Zeit für Buchungsentscheidungen.
- USA und Kanada verzeichnen einen positiven Trend bei Übernachtungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2026: die Übernachtungen aus USA in Deutschland stiegen um 0,5%, die Übernachtungen aus Kanada in Deutschland um +3,9%.
- Stabilitätsfaktor Zielgruppenstruktur: Deutschland-Reisende aus dem gehobenen Segment (Upscale Market) reagieren weniger sensibel auf wirtschaftliche Unsicherheiten und zeigen eine vergleichsweise stabile Reisebereitschaft.
- Auf Grund der stabilen Nachfrage liegt der Fokus der DZT auf der weiteren Ausschöpfung des Potenzials in Nordamerika, insbesondere durch eine gezielte Ansprache des Upscale-Segments. Gleichzeitig wird die enge Zusammenarbeit mit Key Accounts fortgeführt, um bestehende Buchungen zu sichern, Conversion zu unterstützen und zusätzliche Nachfrageimpulse zu generieren.
Europa
- [Aktualisierung vom 26.8.2026]: Im Juli 2026 steigen die Flugpreise von Spanien ausgehend nach Deutschland: die durchschnittlichen base fares ohne Steuern und Zuschläge für Flüge nach Deutschland steigen nach Auswertung von Daten der Firma Amadeus/Forward um 3,8% gegenüber Juli 2025. Ausgehend von UK nach Deutschland sind diese im Juli 2026 zu Juli 2025 um +0,2% gestiegen.
- Ableitung für die DZT-Marktbearbeitung: Gezielte Kommunikation des sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses von Deutschlandreisen im Vergleich zu Wettbewerbsdestinationen sowie verstärkter Fokus auf die Bewerbung von Bahnreisen als attraktive Alternative.
- Die Niederlande und Belgien bleiben zentrale Quellmärkte für eine Stabilisierung des Deutschland Incoming in der Krise: Eine DZT Studie vom März zeigt gestiegene Reiseabsichten nach Deutschland in den Niederlanden von 32 % (Sep 2025) auf 37 % (März 2026) sowie in Belgien von 17 % auf 23%. Aktualisierung vom 21.9.2026: [Aktualisierung vom 26.8.2026]: Dies manifestiert sich in den Übernachtungszahlen für den Zeitraum Januar-Juli 2026 (Niederlande +5,4%, Belgien: +2,2%)
- Steigende Transport- und Energiekosten bleiben belastend: höhere Flugpreise durch Kerosinkosten sowie zunehmender Kostendruck im Pkw-Verkehr (Anteil 44 %). Aber: Deutschland profitiert durch starke Bahnanbindungen an zentrale Nahmärkte
- Als Reaktion setzt die DZT in den Nahmärkten ab Ende April auf eine verstärkte Kommunikation über eine reichweitenstarke Expedia‑Kampagne „Next Stop Travel Destination Germany“. In Österreich und der Schweiz wird zusätzlich die Vermarktung von Busreisen gezielt intensiviert.