• Museum Ludwig, Köln
    Museum Ludwig, Köln © Tomas Riehle, artur images

Museum Ludwig Köln: Die ganze Welt der Moderne.

Aufbruch und Avantgarde, Form und Funktionalität, Strenge und Schönheit: Die Moderne ist ein weiter Begriff, prägend für ein ganzes Jahrhundert und einflussreich bis heute. Wohl kaum ein anderes Museum hat sich dieser Epoche so konsequent gewidmet wie das Museum Ludwig in Köln, dessen Sammlung mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzt und die Entwicklung bis heute in bemerkenswerter Breite und Tiefe verfolgt.

Die Schenkung von rund 350 Werken moderner Kunst steht am Anfang der Geschichte dieses einzigartigen Museums, das, zusammen mit der Philharmonie, seit 1986 in einem architektonisch bemerkenswerten Bau in unmittelbarer Nähe des Kölner Doms untergebracht ist. Aus der Initiative des Ehepaars Ludwig sollte in wenigen Jahrzehnten die größte Pop Art Sammlung außerhalb der USA entstehen, zu der Roy Lichtensteins „Maybe" ebenso gehört wie Andy Warhols „Brillo Boxes". Neben der Pop Art zählen heute die drittgrößte Picasso-Sammlung weltweit und eine umfangreiche Sammlung der Russischen Avantgarde vor und nach der Revolution zum Bestand des Museums, außerdem bedeutende Werke des Deutschen Expressionismus und des Surrealismus. Kunstrichtungen wie Bauhaus und De Stijl, Nouveau Réalisme und Fluxus schlagen Brücken zur zeitgenössischen Kunst, die das Museum entschlossen ankaufte: Das jüngste Werk war immer erst einige Monate alt. So gelangten auch deutsche Kunst der 70er und 80er Jahre und Installationen der jüngeren Avantgarde ins Museum Ludwig und vervollständigen den Blick auf die faszinierende Epoche der Moderne durch Positionen der Gegenwart.

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Nächste Termine:

19.01.2019 - 14.04.2019

Hock­ney/Hamil­ton.
Ex­pand­ed Graph­icsNeuer­wer­bun­gen und Ar­beit­en aus der Samm­lung, mit zwei Fil­men von James Scott

Il­lus­tra­tions for Four­teen Po­ems by C.P. Ca­va­fy: ein Zyk­lus von 13 Radierun­gen aus den Jahren 1966–67, ein­er frühen, für sein Ge­samtw­erk zen­tralen Schaf­fen­sphase des bri­tischen Kün­stlers David Hock­ney (*1937). Vor kurzem haben die Köl­n­er Samm­ler Her­bert Mey­er-Ellinger und Chris­toph Vow­in­ck­el das Map­pen­w­erk dem Mu­se­um Lud­wig geschenkt, jet­zt ist es zum er­sten Mal aus­gestellt. Der Zyk­lus führt drei Mo­tive von Hock­neys Kunst zusam­men: das In­teresse für die Aus­drucks­möglichkeit­en der Druck­gra­fik, die Frage nach dem Ver­hält­nis von Lit­er­a­tur und bil­den­der Kunst und die be­tont selb­stver­ständliche Dars­tel­lung von Ho­mo­sex­u­al­ität in ein­er hetero­sex­uell do­minierten Ge­sellschaft. An­läss­lich der Schenkung zeigt das Mu­se­um sei­nen ge­samten Be­s­tand an Ar­beit­en auf Pa­pi­er von David Hock­ney und Richard Hamil­ton, ergänzt um Lei­h­gaben aus Pri­vatbe­sitz.

09.03.2019 - 02.06.2019

Nil Yal­ter - Ex­ile Is A Hard Job Seit den 1970er Jahren ar­beit­et sie als Pi­onierin ein­er ge­sellschaftlich en­gagierten und tech­nisch avancierten Kunst: Nil Yal­ter, ge­boren 1938 in Kairo, aufgewach­sen in Is­tan­bul und seit 1965 wohn­haft in Paris. In ma­lerischen Col­la­gen, in Mon­ta­gen und Videos in­te­gri­ert die türkische Kün­st­lerin Fo­tos, Zeich­nun­gen und Berichte von Ar­beit­er*in­nen und Mi­grant*in­nen. Auf­grund ihr­er Au­sei­nan­derset­zung mit den The­men Fe­mi­n­is­mus, Mi­gra­tion und Re­pres­sion wurde die 80-jährige in den let­zten fünf Jahren von in­ter­na­tio­nalen Museen und Samm­lun­gen neu ent­deckt. 2019 richtet das Mu­se­um Lud­wig der türkischen Kün­st­lerin nun ihre er­ste große Über­blick­sauss­tel­lung aus.

14.04.2019 - 21.07.2019

Jac Leirn­er - Wolf­gang-Hahn-Preis 2019 Jac Leirn­er er­hält 2019 den 25. Wolf­gang-Hahn-Preis. Seit den 1980er Jahren hat sie mit ihren Skulp­turen, Bildern und In­s­tal­la­tio­nen die Idee des Orig­i­nals und des Wertes von Kunst­w­erken in­frage gestellt. Ge­fun­dene, ge­sam­melte und auch ges­toh­lene Ob­jekte, meist in­dus­triell pro­duziert, wer­den von ihr ve­rar­beit­et. Die Ar­beit Mu­se­um Bags (1985–2018) beste­ht beispiel­sweise aus ein­er Samm­lung von gewöhn­lichen Plas­tik­tüten, die sie in ver­schie­de­nen Mu­se­umsshops er­wor­ben hat.&nb­sp;Das Werk wird von der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst für die Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig an­läss­lich der Ver­lei­hung des Preis­es er­wor­ben und im Kon­text der stän­di­gen Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig präsen­tiert.

04.05.2019 - 11.08.2019

Fio­na Tan - GAAF Im Rah­men von Artist Meets Archive Die Fo­to­grafin, Videokün­st­lerin und Filme­macherin Fio­na Tan (*1966 in In­do­ne­sien, lebt in Am­s­ter­dam) wird mit dem Archiv der Ag­fa-Wer­be­abteilung ar­beit­en, das in Kis­ten ver­packt seit vierzig Jahren im De­pot des Mu­se­um Lud­wig sch­lum­mert. Es um­fasst zeh­n­tausende Fo­to­gra­fien, Dias und Neg­a­tive, die seit den 1920er-Jahren ge­sam­melt wur­den. Die Kün­st­lerin in­teressieren insbe­son­dere die Wer­beauf­nah­men mit dem le­g­endären „Ag­fa­col­or“-Film. Der Ti­tel der Auss­tel­lung GAAF – ein Ana­gramm von Ag­fa – heißt im Nied­er­ländischen „makel­los“ und spielt auf die bunte, gestellte Welt der Auf­nah­men an, de­nen die Eu­phorie der Wirtschaftswun­der­jahre anzuse­hen ist.

07.06.2019 - 22.09.2019

Ben­jamin Katz - Ber­lin Havel­höhe, 1960 Präsen­ta­tion im Fo­to­raum An­läss­lich des 80. Ge­burt­s­tags von Ben­jamin Katz wird das Mu­se­um Lud­wig die be­deu­tende Fo­tor­ei­he Ber­lin Hav­el­höhe (1960) präsen­tieren, welche kür­zlich er­wor­ben wurde. An Tu­berku­lose erkrankt ver­brachte Katz an­derthalb Jahre im Kranken­haus Hav­el­höhe in Ber­lin und fo­to­gra­fierte den All­t­ag der Pa­tien­ten, aber auch das Gelände und seine Ge­bäude, die ur­sprünglich von der na­tio­n­al­sozial­is­tischen Reich­sakademie für Luft­waffe genutzt wor­den waren. Die Fo­to­gra­fien stellen ein ge­sellschaftlich­es, aber auch ein kün­st­lerisch­es Doku­ment dar, denn in den Auf­nah­men sind Katz’ An­fänge als Fo­to­graf zu ent­deck­en. Ber­lin Hav­el­höhe ver­mit­telt auch das Bild des Kün­stlers als jun­gen Mann. Gezeigt wer­den 45 Abzüge sowie die ge­samte Se­rie von 318 Auf­nah­men aus der Samm­lung, die als kle­in­for­matige Vin­tageprints auf 30 Blät­tern mon­tiert sind.

13.07.2019 - 29.09.2019

Fam­i­lien­bande - Die Schenkung Schröder In den 1990er Jahren for­miert sich in Köln eine neue Kun­st­szene: Junge Ga­le­rien wie jene von Chris­tian Nagel eröff­nen, die Zeitschrift Texte zur Kunst wird ge­grün­det und ein Kün­stlerkollek­tiv be­treibt den al­ter­na­tiv­en Auss­tel­lungs­raum „Frie­sen­wall 120“. Das Rhein­land en­twick­elt sich – im in­ten­siv­en Aus­tausch mit New York – zu einem in­tellektuellen Zen­trum dies­er Dekade. Alex­an­der Schröder ver­fol­gt die­sen Auf­bruch von Ber­lin aus. Bere­its als Kun­st­s­tu­dent grün­det er mit Thi­lo Wermke eine ei­gene Ga­lerie, zu­gleich be­gin­nt er, die Kunst sein­er Zeit mit einem be­son­deren Blick zu sam­meln. Heute ver­mit­telt Schröders Samm­lung die ei­gen­wil­lige und sinn­liche Seite der durch die Konzep­tkunst geprägten 1990er und 2000er Jahre. Sie macht deut­lich, welche Be­deu­tung Kün­stler*in­nenge­mein­schaften und Kol­lab­o­ra­tio­nen in wech­sel­n­den Kon­stel­la­tio­nen hat­ten. Jet­zt schenkt Alex­an­der Schröder dem Mu­se­um Lud­wig sub­s­tanzielle Werke aus sein­er Samm­lung von Kün­stler*in­nen wie Kai Al­thoff, Cosi­ma von Bonin, Tom Burr, Lukas Duwen­hög­ger, Isa Gen­zken und Danh Võ. Die Auss­tel­lung stellt sie der Öf­fentlichkeit zusam­men mit Werken der ei­ge­nen Samm­lung vor.

21.09.2019 - 19.01.2020

HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig - Tran­s­cor­po­re­al­i­ties Un­ter dem Ti­tel Tran­s­cor­po­re­al­i­ties wid­met sich die fünfte Auss­tel­lung der Rei­he HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig der Kom­plex­ität von Kör­per­lichkeit. Neue ma­te­rial­is­tische und posthu­man­is­tische The­o­rien ge­hen davon aus, dass alle Kör­p­er poröse, of­fene Sys­teme sind, die sich im stän­di­gen Aus­tausch mit an­deren Kör­pern und ihr­er Umwelt ge­gen­seitig durch­drin­gen und in­ei­nan­der­fließen. In die­sem Sinne ak­tiviert die Auss­tel­lung ei­nen Tran­si­traum des Mu­se­ums: das Ein­gangs­foy­er. Rund um eine Bühne für Per­for­mance, Tanz, kün­st­lerische Forschung, Diskus­sion und Dia­log ver­wan­deln die ein­ge­la­de­nen Kün­stler*in­nen sowie lokal und in­ter­na­tio­n­al agierende Kollek­tive das Foy­er in ei­nen flex­i­blen Auss­tel­lungs­raum.

12.10.2019 - 02.02.2020

Lu­cia Mo­ho­ly - Fo­to­geschichte schreiben Präsen­ta­tion im Fo­to­raum An­läss­lich des Bauhaus Ju­biläums wird die Präsen­ta­tion aufzei­gen, in­wie­fern die Fo­to­grafin Lu­cia Mo­ho­ly die Geschichte der Fo­to­gra­fie neu schrieb. Neben ihren fo­to­gra­fischen Werken befin­d­en sich im Archiv des Mu­se­um Lud­wig Briefe, die ei­nen re­gen Aus­tausch mit dem Fo­to­samm­ler und -his­torik­er Erich Stenger bele­gen. Ge­mein­sam hat­ten sie vor, ein Buch über die Geschichte der Fo­to­gra­fie zu schreiben. Der Auf­stieg der Na­tio­n­al­sozial­is­ten trieb Mo­ho­ly je­doch in die Emi­gra­tion, während Stenger in Deutsch­land zum ge­fragten Ex­perten auf dem Ge­bi­et auf­stieg. Mo­ho­ly veröf­fentlichte sch­ließlich selb­st­ständig in Lon­don A Hun­dred Years of Pho­tog­ra­phy. Davon, und wie Mo­holys Schreiben und Fo­to­gra­fieren zusam­men­hän­gen, erzählt die Präsen­ta­tion.

16.11.2019 - 01.03.2020

Wade Guy­ton Der 1972 ge­borene US-amerikanische Kün­stler Wade Guy­ton hat über gut zwei Jahrzeh­nte ein so konzeptuell konse­quentes wie er­frischend ei­gensin­niges Werk geschaf­fen. Bekan­nt ist er vor allem für seine mit einem herkömm­lichen Tin­ten­s­trahl­druck­er hergestell­ten groß­for­mati­gen Lein­wand­bilder mit ikonischen Mo­tiv­en wie Flam­men, den Buch­staben „X“ und „U“ oder der Web­site der New York Times. Nach­dem das Mu­se­um Lud­wig bere­its mehrere Werke des Kün­stlers für die Samm­lung ankaufen kon­nte, richtet es ihm 2019 eine große Über­blick­sauss­tel­lung aus, die sein kün­st­lerisch­es Schaf­fen von den An­fän­gen bis hin zu jüng­sten Ar­beit­en vorstellt. Wade Guy­ton nimmt in Hin­blick auf die kün­st­lerische Au­sei­nan­derset­zung mit dem Bild im dig­i­tal­en Zei­tal­ter eine Sch­lüs­sel­po­si­tion ein. Durch die Aneig­nung bere­its ex­istieren­den Bild­ma­te­rials und die Kon­fron­ta­tion mit neuen re­pro­duk­tion­stech­no­lo­gien en­twick­elte Guy­ton so in den let­zten zwanzig Jahren eine ak­tu­al­isierte Form der so­ge­nan­n­ten Ap­pro­pri­a­tion Art.

Ort der Veranstaltung

Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße
50667 Cologne

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