Schlösser & Burgen

16 Highlights in Deutschland

Schloss Moritzburg ©DZT (Francesco Carovillano)

Rund 25.000 Burgen, Schlösser und Herrenhäuser zeugen von Deutschlands Geschichte: Einige davon stehen heute noch in alter Pracht, andere erinnern als Ruinen an vergangene Zeiten.

Prunkvolle Paläste großer Herrscher

Die Vielfalt an Burgen und Schlössern in Deutschland reicht vom einfachen Herrenhaus bis zu repräsentativen Prachtbauten der großen Herrscherdynastien – zum Beispiel Schloss Sanssouci in Potsdam, das „preußische Versailles“, das der Hohenzollernkönig Friedrich II erbauen ließ. Zusammen mit seinem Park steht das Rokoko-Schloss seit 1990 als Welterbe unter dem Schutz der UNESCO. Ein weiterer Lieblingsort der Hohenzollern-Dynastie ist Schloss Charlottenburg in Berlin.

Als Aushängeschild der blaublütigen Wettiner präsentiert sich das Wasserschloss Moritzburg nahe der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Zur barocken Anlage gehört auch das 2,5 Kilometer entfernte, mit Moritzburg durch eine Sichtachse visuell verbundene Fasanenschlösschen.

Kulturelles Erbe und Architektur-Juwelen

Auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes finden sich neben Schloss Sanssouci noch weitere Burgen und Schlösser: zum Beispiel die Schlösser Augustusburg und Falkenlust im nordrhein-westfälischen Brühl, die Besucher mit ihren Gärten und Parkanlagen ins 17. Jahrhundert versetzen. Eine UNESCO-geschützte Anlage in Hessen ist der Bergpark Wilhelmshöhe oberhalb von Kassel mit dem klassizistischen Schloss im Zentrum. Die über der thüringischen Stadt Eisenach thronende Wartburg, ebenfalls als Welterbe klassifiziert, ist vor allem als Zufluchtsort des Reformators Martin Luther bedeutsam: Hier übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche.

Einige Schlösser stehen exemplarisch für architektonische Epochen: zum Beispiel das Schloss Ahrensburg nahe Hamburg, das als eines der Hauptwerke der Renaissancearchitektur in Schleswig-Holstein gilt. Während das Saarbrücker Schloss als Teil der gesamten Stadtplanung für den barocken Stil steht, verknüpft das wesentlich kleinere Schloss Schönebeck in Bremen-Vegesack den Barock mit norddeutschem Fachwerk. Ein Kleinod des Klassizismus ist das Hamburger Jenisch-Haus: ein Landhaus mit ausgedehntem Landschaftsgarten, der einen weiten Blick über die Elbe bietet.

Märchenschlösser und Ritterburgen

Keine andere Epoche hat Schlossbauten so verehrt wie die Romantik. Das Symbol dafür schlechthin ist Schloss Neuschwanstein, das bei Füssen im bayerischen Allgäu weiß in die Höhe ragt. Weniger bekannt ist das „Neuschwanstein des Nordens“: Das Schweriner Schloss, einstige großherzogliche Residenz und heute Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Der romantische Historismus stand auch beim Bau von Schloss Marienburg Pate: Die von weitem sichtbare neugotische Sommerresidenz der Welfen erhebt sich rund 20 Kilometer südlich von Hannover am Hang des Marienbergs in Niedersachsen. Zahlreiche Umbauten gaben auch dem Schloss Wernigerode in Sachsen-Anhalt seine heutige Märchenschloss-Gestalt.

Doch was historisierende Bauwerke nachahmten, gibt es bis heute auch im Original zu bewundern: Mittelalterliche Burgen wie aus dem Bilderbuch. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die Burg Eltz, die als Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert in der rheinland-pfälzischen Eifel liegt – seit mehr als 850 Jahren im Besitz der Grafenfamilie. Sinnbild für die romantische Ausstrahlung alter Gemäuer ist auch die Ruine des Heidelberger Schlosses, die seit vielen Generationen Touristen aus aller Welt in die Stadt am Neckar im Norden Baden-Württembergs zieht.