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Interessante Fakten über Deutschland

Regensburg: Donau und Skyline im Sonnenuntergang ©Getty Images (vertmedia)

Schneller Happen im Mittelalter – oder die Erfindung des Fast Foods in Deutschland

Regensburg: Donau und Skyline im Sonnenuntergang ©Getty Images (vertmedia)

Das alte Europa! Nun nimmt es auch noch die Erfindung einer amerikanischen Institution für sich in Anspruch. Zumindest gibt es dazu eine schöne Geschichte aus Regensburg in Bayern.

Die Stadt an der Donau ist an sich schon eine Perle, wenn man in ein mittelalterliches Ensemble eintauchen will – die gut erhaltene Altstadt zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Steinerne Brücke gilt als die älteste erhaltene Brücke Deutschlands, der Dom als der wichtigste gotische Sakralbau neben dem Kölner Dom.

Nahe der Brücke befindet sich ein gastronomisches Fossil, das schon als "älteste Fast-Food-Betrieb der Welt“ beschrieben wurde. Just in dem Jahr 1146, als die Brücke fertig gestellt wurde, soll dort eine Garküche eröffnet haben, die heutige „Wurstkuchl“.

Schon die Arbeiter, die am Bau des Doms beteiligt waren, sollen sich hier mit einem schnellen Snack – gesottenes Fleisch – versorgt haben. Heute serviert man Regensburger Bratwürste mit Sauerkraut und Senf und freut sich über viele internationalen Gäste.


Es geht um die .... Bratwurst. Als deutsche Ess-Ikone

Bratwürstchen in der Pfanne ©gettyimages (Anfisa Kameneva)

Die Bratwurst – sie ist eine deutsche Ikone. Die Deutschen verzehren davon pro Kopf laut Fleischerverband jährlich rund drei Kilo. Eine deutsche Erfindung ist sie zwar nicht – schon die alten Griechen rösteten Würste über der Glut. Doch als essbares Kulturgut haben die Deutschen sich die Wurst sozusagen einverleibt.

Die Thüringer Rostbratwurst und die Nürnberger Bratwurst sind geschützte Begriffe, bekannt ist auch die Coburger Bratwurst, in Hessen kennt man gute Rezepte, Ost und West. Und das Wort "Bratwurst" wurde ins Englische aufgenommen – als gesprochene "brädwurst". "Alle Welt definiert uns über die Wurst, die Bratwurst ist unsere bekannteste Spezialität" – davon ist man im 1. Deutschen Bratwurstmuseum im thüringischen Mühlhausen überzeugt.

Normalerweise ist eine Bratwurst rund 20 Zentimeter lang, doch mit 39 Metern soll ein Nürnberger Metzger schon im Jahr 1591 ein ziemlich langes Exemplar fabriziert haben. Der bisherige Rekord stammt von 1999, als ein Team von Metzgern bei Landshut in einer eigens dafür umgebauten Scheune Brät von 30 Schweinen verwurstete. Am Ende war die Wurst nach Museums-Angaben 5888 Meter lang.


Berlin aus dem Weltall betrachtet – nachts ist die deutsche Teilung noch illuminiert

East Side Gallery; Berliner Mauerweg ©visitBerlin (Philip Koschel)

Die Mauer fiel 1989, und seitdem ist Berlin immer mehr zusammengewachsen. Touristen übertreten die ehemalige Grenze ohne Probleme, Radreisende rollen entspannt auf dem Mauerradweg. Doch aus dem Weltraum wird das geteilte Berlin in klaren Nächten wieder sichtbar. Satellitenbildern zeigen: Der Westen leuchtet in blauweißem Licht, der Osten in wärmerem Gelb.

Den spacigen Blick in die Vergangenheit ermöglichen unterschiedliche Beleuchtungssysteme wie Straßenlaternen: Im Osten leuchten viele Natriumdampflampen, im Westteil Berlins dagegen Quecksilberdampflampen und Leuchtstoffröhren.


Unordnung muss sein – Die Neuerfindung des Urwalds

Naturpark Bayerischer Wald: Kleiner Arbersee ©VDN - Verband Deutscher Naturparke e.V. (Isabelle Auer)

Rund ein Drittel Deutschland ist mit Wald bedeckt – für eine dicht besiedelte Industrienation ein hoher Anteil. Würde man hier einen Urwald erwarten? Nein!

Aber es gibt ihn: Im Nationalpark Bayerischer Wald, zwei Autostunden nordöstlich von München, unterlässt man seit Jahrzehnten auf großer Fläche forstwirtschaftliche Eingriffe. 1983 entschied der bayerische Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann, von einem Sturm umgerissene Bäume liegen zu lassen. Im Nationalpark solle wieder ein "Urwald für unsere Kinder und Kindeskinder" entstehen.

Zusammen mit dem angrenzenden Nationalpark Šumava auf tschechischer Seite stellt der Nationalpark Bayerischer Wald das größte streng geschützte Waldreservate Mitteleuropas da. Die Parkverwaltung bietet im wieder herangewachsenen Naturwald Urwaldwanderungen an. Auch der Urwald Sababurg, Teil des Reinhardswaldes in Hessen im Herzen Deutschlands wird schon seit über 100 Jahren nicht mehr bewirtschaftet.


Unterwegs zu Hause – Der moderne Wohnwagen, eine deutsche Erfindung

Ostsee: Wohnmobil in den Dünen ©Lookphotos (Jan Greune)

Luxuriöse Wohnwagen zogen Pferde oder Ochsen schon durch das England der 19. Jahrhunderts. Doch der Wohnwagen, wie ihn Camping-Touristen heute mit ihrem Auto weltweit an den Haken nehmen, ist eine deutsche Erfindung.

Anfang der 1930er Jahre kamen der Schwabe Arist Dethleffs, Sohn eines Peitschenherstellers, und seine Verlobte Fridel Edelmann, eine Malerin, auf eine Idee: Warum nicht ein mobiles Atelier bauen? Heraus kam ein mit Holz verkleideter Einachser mit Schlafkoje, Sitzecke und Küche. Als Reisewagen für den Tourismus war er noch nicht gedacht. Doch das Konzept schlug ein.

Allein in Deutschland sind heute rund 700.000 Wohnwagen zugelassen, Tendenz steigend. Auch der Campingurlaub in Deutschland wird immer beliebter. Statistische Auswertungen zeigen es.


Hauptsache sicher: In Deutschland gibt es 25.000 Burgen

Eisenach: Blick auf den Innenhof der Wartburg ©DZT (Francesco Carovillano)

Unglaublich groß ist die Auswahl für Burgenfans in Deutschland: Ganz außergewöhnliche Anlagen gibt es zum Beispiel im Thüringer Wald zu entdecken. Dort, wo die bekannteste Burg des Landes steht: In der Wartburg bei Eisenach übersetzte der Reformator Martin Luther das Neue Testament erstmals in die deutsche Sprache.

Hoch ist die Burgendichte auch im Bundesland Sachsen, schöne Anlagen prangen in der atemberaubenden Landschaft der Schwäbischen Alb in Südwestdeutschland, in Münsterland und an Niederrhein gibt es von Gräben umzogene Wasserburgen. Doch Vorzeigeregion ist das mittlere Rheintal im Westen der Republik.

Zwischen Bingen und Koblenz reihen sich auf 60 Kilometern allein 40 gut erhaltene Burgen aneinander. Als erste deutsche Kulturlandschaft zählt das „Obere Mittelrheintal“ seit Juni 2002 zur Welterbe-Liste der Unesco.

Die Anzahl von 25 000 Burgen ist eine Schätzung, Statistiken gibt es bislang nicht. Das „Europäische Burgeninstitut“ ist gerade dabei, eine Datenbank aufzubauen. Aufgenommen werden nicht nur herausgeputzte Burgen, sondern auch Ruinen oder nur in historischen Quellen belegte Burgen, die noch kein Archäologe gefunden hat.