Vom 23. April bis zum 17. Oktober 2027 öffnet die Internationale Gartenausstellung im Ruhrgebiet ihre Tore. Was hier entsteht, ist weit mehr als eine Blumenschau: Unter dem Leitmotto „Wie wollen wir morgen leben?" präsentiert die Metropolregion auf internationaler Bühne kreative Lösungsideen für die Grüne Infrastruktur und nachhaltige Stadtentwicklung.

Eine ehemalige Kokerei wird zum Park, aus einem Kohlenbunker wächst eine grüne Landmarke und an der einst industriell geprägten Emscher lässt sich heute durchs Grüne radeln: Bei der Internationalen Gartenausstellung 2027 erzählt das Ruhrgebiet seine Geschichte weiter. Industrieflächen, Flussräume und Stadträume entwickeln sich Schritt für Schritt zu grünen Zukunftsorten, die weit über das Ausstellungsjahr hinaus Bestand haben sollen. Dazu kommen Gartenkunst, wechselnde Pflanzungen und ein umfangreiches Kultur- und Veranstaltungsprogramm.

Der Rhein als neuer Stadtmittelpunkt

Mehr als 150 Jahre Industriegeschichte haben das Gelände des heutigen RheinParks in Duisburg-Hochfeld geprägt. Mit der IGA rückt nun der Rhein stärker ins Blickfeld. Der Park öffnet sich zum Fluss, neue Grün- und Aufenthaltsräume ergänzen die charakteristischen Wiesen und Relikte der Industriegeschichte. Besucher erwarten Wechselflorflächen, Staudenbeiträge und Gehölze – darunter hitze- und trockenresistente Rosen, kombiniert mit mediterranen Pflanzen und Gräsern, insektenfreundlich und ökologisch gestaltet. Ein nachts beleuchteter Skywalk eröffnet dabei neue Blickwinkel auf Fluss und Stadt.

Interessante Sehenswürdigkeiten:

Grün und Blau auf der Emscherinsel

Der Nordsternpark trägt den Wandel bereits in seiner Geschichte. Wo über 130 Jahre Kohle gefördert wurde, entstand zur Bundesgartenschau 1997 eine neue Parklandschaft. Die IGA 2027 führt diese Entwicklung weiter und nimmt besonders Wasser und Klimaanpassung in den Blick. Zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher entsteht eine Landschaft aus Grün und Blau. Regenwasser wird gesammelt und durch Stauden und Gräser gefiltert. Das ehemalige Wendebecken der Zeche Nordstern öffnet sich dauerhaft für die Öffentlichkeit. Ein Klimawalk führt durch zehn Gärten mit nachhaltigen und klimaresilienten Pflanzkonzepten.

Interessante Sehenswürdigkeiten:

Industriekultur bekommt eine grüne Nachbarschaft

Förderbänder, Koksofenbatterien und Maschinen erzählen auf der Kokerei Hansa bis heute von der Industriegeschichte Dortmunds. 1992 wurde hier der letzte Koks gedrückt. Zur IGA 2027 bildet das Industriedenkmal den Ausgangspunkt für einen neuen Erlebnisraum. Dahinter entsteht der Kokereipark mit Wiesen, Gartenkunst sowie Spiel- und Bewegungsangeboten. Die große Erlebnisskulptur „Wolke“ erinnert an die Dampfwolken der Kokerei. Über den neuen „Haldensprung“ gelangen Fußgänger und Radfahrer zum begrünten Deusenberg mit Aussichtspunkten und Mountainbike-Strecke.

Interessante Sehenswürdigkeiten:

Leben am Fluss

Zwischen Castrop-Rauxel und Recklinghausen macht das Emscherland den Wandel einer ganzen Flusslandschaft erlebbar. Rund um die renaturierte Emscher laden Wasserbereiche, Emscher-Terrassen, Streuobstwiesen und Bauerngärten zum Entdecken ein. Ein markanter Blickfang ist der „Sprung über die Emscher“: Die geschwungene Fuß- und Radbrücke überspannt das Wasserkreuz von Emscher und Rhein-Herne-Kanal.

Aufbruch am Wasser

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Victoria entsteht in Lünen eine neue Parklandschaft zwischen Innenstadt, Lippe und Datteln-Hamm-Kanal. Wiesen, Wildstauden, Wasserflächen sowie Spiel- und Bewegungsangebote prägen das Gelände. Neue Fuß- und Radbrücken über die Lippe verbinden Stadt und Landschaft – passend zum Leitmotiv „Landschaft in Bewegung“.

Kulturprogramm und Mitmachangebote

Blumen und Gartenkunst bilden nur einen Teil des Programms. Während der 178 Ausstellungstage sind rund 6.000 Veranstaltungen vorgesehen. Das Spektrum reicht von Musik, Theater und Lichtkunst über Wissenschaft und Umweltbildung bis zu Sport- und Familienangeboten. Das Programm ist dabei so vielfältig wie das Ruhrgebiet selbst und bietet Events für jedes Alter und jeden Geschmack.

Die drei eintrittspflichtigen Zukunftsgärten