Bergkegel und Kraterseen, Basaltsäulen und Geysire: Deutschlands Vulkane sind zwar schon lange inaktiv, doch ihre Spuren sind noch sehr präsent – zum Beispiel in den Geo- und Naturparks.

Sie spucken keine Lava mehr aus und qualmen nicht. Dichte Wälder bedecken ihre Hänge, klares Wasser füllt ihre Kraterseen: Deutschlands Vulkane sind bereits seit Jahrtausenden erloschen oder ausgesprochene Langschläfer – die letzte Eruption liegt fast 13.000 Jahre zurück.

Wenn Sie sich auf Spurensuche begeben, werden Sie überrascht sein, wie viele Regionen eine vulkanische Vergangenheit haben – von der Eifel im Westen mit mehreren 100 Vulkanen über den Vogelsberg und die Rhön bis in die Oberlausitz an der Grenze zu Tschechien, nicht zu vergessen den Kaiserstuhl und die Oberpfalz im Süden.

Glees: Relaxen im Naturschutzgebiet Laacher See in der Vulkaneifel Glees: Relaxen im Naturschutzgebiet Laacher See in der Vulkaneifel ©DZT (Francesco Carovillano)


Wandern um kreisrunde Kraterseen

Besonders spannend ist die geologische Zeitreise, wenn Sie noch aktive Phänomene finden wie im Geopark Vulkaneifel mit rund 350 Vulkanen und den charakteristischen „Maaren“ – kreisrunde und oft tiefblaue Seen, die durch Explosionen von Wasserdampf beim Zusammentreffen von Magma und Grundwasser entstanden.

Den besten Überblick über die Vulkaneifel erhalten Sie bei einer Fahrt über die Deutsche Vulkanstraße mit knapp 40 Attraktionen mit Vulkanbezug, darunter Schlackenkegel, Lavaströme und Quellen. Versäumen Sie auf keinen Fall den Kaltwasser-Geysir in Andernach zu besuchen, der weltweit höchste seiner Art, der regelmäßig bis zu 60 Meter hoch in die Luft schießt.

Andernach: Geysir Ausbruch Andernach: Geysir Ausbruch ©AdobeStock (Marcel Hilger)


Sieben große Berge

Rechts des Rheins setzt das Siebengebirge die Kette der Vulkane fort, die dort vor Jahrmillionen ausbrachen. Erst der Rhein schuf später das romantische Landschaftsbild, das sich in mystischen Namen wie Drachenfels, Nachtigallental oder großer Ölberg spiegelt. Die Löwenburg gehört zu den „sieben großen Bergen“ – vom Gipfel mit der Ruine der mittelalterlichen Burg reicht der Blick besonders weit.

Zahlreiche vulkanische Relikte stehen im Mittelpunkt von zehn verschiedenen Geowegen rund um den Naturpark Siebengebirge, zum Beispiel Tuffhöhlen und Basaltsteinbrüche, aber auch Spuren der frühen Steinhauer. Wer noch tiefer in das Thema eintauchen möchte, wird im Siebengebirgsmuseum in Königswinter fündig.

Bonn: Rhein mit dem Siebengebirge Bonn: Rhein mit dem Siebengebirge ©DZT (Francesco Carovillano)


Basaltsäulen und Felsenkeller

Spektakuläre Entdeckungen der Vulkanologen sorgten in vergangenen Jahren im bayerischen Vulkanland in der Oberpfalz für Aufsehen. Die Funde führten dazu, dass das Datum des jüngsten Vulkanausbruchs in Bayern um Millionen Jahre vordatiert werden musste. Charakteristisch für die Region sind die beeindruckenden Basaltsäulen, die man bei einer Wanderung auf den 682 Meter hohen Rauhen Kulm oder den Parkstein entdeckt.

Als „schönsten Basaltkegel Europas“ bezeichnete Alexander von Humboldt dort die schwarze Gesteinsformation aus fünf- und sechseckigen Säulen, die das Siegel „Nationaler Geotop“ trägt. Im „Vulkanerlebnis Parkstein“ kann man den Berg auf einem Geopfad erkunden und anschließend urige Felsenkeller besuchen – ein Abstecher ins Innere des Vulkans.