2026 feiert Deutschland zehn UNESCO-Welterbe-Jubiläen - von romanischer Baukunst in Speyer und römischem Erbe in Trier bis hin zur Bauhaus-Architektur, Industriekultur, alten Buchenwäldern und jüdischer Geschichte am Rhein. Ein Reisejahr voller Orte, die Geschichte lebendig machen.

Speyerer Dom: Romanik im Jubiläumsjahr

Luftaufnahme des Speyerer Doms in Speyer bei Sonnenaufgang. Der Dom mit grünen Dächern und mehreren Türme, steht prominent im Vordergrund. Kleine Häuser mit roten Dächern sind um den Dom herum gruppiert. Speyer: Luftaufnahme des Doms zu Speyer ©DZT (Loïc Lagarde)

Der Kaiserdom prägt seit über 900 Jahren die Silhouette Speyers, eine der ältesten Städte Deutschlands. 2026 jährt sich seine Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste zum 45. Mal. Zugleich richtet sich der Blick auf das nächste große Datum: 2030 feiert der Kaiserdom das 1000-jährige Jubiläum seiner Gründung. Wer den Dom besucht, erlebt nicht nur die spektakuläre Architektur der weltweit größten romanischen Kirche, sondern genießt auch herrliche Aussichten auf Speyer und die weite Rheinebene.

Trier: Römisches Erbe im Alltag

Das historische Steinbauwerk Porta Nigra in Trier bei klarem Himmel. Trier: Porta Nigra, UNESCO-Welterbe ©DZT (Loïc Lagarde)

Porta Nigra, Konstantin-Basilika, Kaiser- und Barbarathermen, Amphitheater, Römerbrücke, Igeler Säule sowie Dom und Liebfrauenkirche machen Trier zu einem eindrucksvollen Schauplatz europäischer Geschichte. Seit 40 Jahren gehört das Ensemble zum UNESCO-Welterbe. 2026 zeigt die Moselstadt, wie antike Mauern und heutiges Stadtleben eng miteinander verbunden sind.

Wittenberg und Eisleben: Luther-Orte

Innenansicht der Schlosskirche in Wittenberg. Die Kirche hat hohe, verzierte Decken, lange Reihen von hölzernen Bänken und bunte Fenster im Hintergrund. Säulen und Bögen schmücken die Wände, und eine imposante Kanzel steht auf der rechten Seite. Wittenberg: Innenansicht der Schlosskirche ©DZT (Francesco Carovillano)

Wittenberg und Eisleben führen an Orte, die eng mit Martin Luther und der Reformation verbunden sind. Seit 30 Jahren zählen die Luthergedenkstätten zum UNESCO-Welterbe. Lutherhaus, Schlosskirche, Geburtshaus und Sterbehaus öffnen den Blick auf eine Epoche, die Religion, Bildung und europäische Kulturgeschichte nachhaltig geprägt hat.

Bauhausstätten: Auf den Spuren der Moderne

Ein modernes Gebäude in Dessau-Roßlau, das 1925/26 vom Architekten Walter Gropius entworfen wurde. Das Gebäude ist Teil des Bauhauses, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Es ist bekannt für sein weiß-graues Äußeres mit großen Fenstern und einem Flachdach. Im Vordergrund verläuft ein gepflasterter Gehweg entlang einer grünen Rasenfläche. Dessau: Bauhaus, Architekt: Walter Gropius 1925/26, UNESCO Weltkulturerbe ©Stiftung Bauhaus Dessau (Yvonne Tenschert)

Klare Linien, helle Räume, neue Ideen: In Weimar, Dessau und Bernau wird das Bauhaus an Originalorten lebendig. Seit 30 Jahren stehen die Bauhausstätten auf der UNESCO-Welterbeliste. Historische Schulgebäude, Meisterhäuser, Sammlungen und das Besucherzentrum in Bernau zeigen, wie die Moderne Architektur, Gestaltung und Alltag veränderte.

Zollverein Essen: Industriekultur im Wandel

Große Stahlkonstruktionen der Zeche Zollverein in Essen umgeben ein Freibad, das Werksschwimmbad, in dem viele Menschen schwimmen und sich sonnen Essen: Zeche Zollverein, UNESCO Weltkulturerbe, Werksschwimmbad ©Stiftung Zollverein (Jochen Tack)

In Essen zeigt die Zeche Zollverein, wie aus Industriegeschichte ein lebendiger Kulturort wird. Zwischen Fördergerüst, Kohlenwäsche und Kokerei ist aus dem einst abgeschirmten Werksareal ein offener Ort für Kultur und Begegnung geworden. Zum 25. Welterbe-Jubiläum erhält Zollverein mit dem Welterbe-Forum einen mehrsprachigen und barrierearmen Anlaufpunkt für digitale und multimediale Vermittlungsangebote und Erlebnisse.

Regensburg: Dom, Donau und Donaulimes

Donau mit einem Blick auf die Skyline von Regensburg bei Sonnenuntergang Regensburg: Donau mit Skyline im Sonnenuntergang ©Getty Images (vertmedia)

Regensburg feiert 20 Jahre UNESCO-Welterbe für seine Altstadt mit Stadtamhof, welches ein dichtes historisches Ensemble aus Dom St. Peter, Steinerner Brücke und Patrizierhäusern darstellt. Mit dem römischen Donaulimes erhielt die Donau-Stadt 2021 ihren 2. Welterbetitel. Ein Luxus, mit dem sich nur wenige Städte schmücken können.

Hainich: Alte Buchen, stille Wildnis

Luftaufnahme des Baumwipfelpfads, der sich durch einen dichten, grünen Wald schlängelt, mit einem markanten Aussichtsturm am Ende. Hainich Nationalpark ©DZT (Jens Wegener)

Im Nationalpark Hainich wächst ein Wald, in dem die Natur ihre Zeit bekommt. Seit 15 Jahren gehört das Gebiet zum UNESCO-Weltnaturerbe der Buchenwälder. 2026 laden Rangerführungen, Forschertage und Wanderungen dazu ein, diesen Lebensraum achtsam zu erleben – vom Waldboden bis in die Baumkronen.

Pfahlbauten: Geschichte unter Wasser

Ein Holzsteg führt zu mehreren prähistorischer Pfahlbauten über dem Wasser des Bodensees in Uhldingen-Mühlhofen. Uhldingen-Mühlhofen: Prähistorische Pfahlbauten im Alpenraum, UNESCO-Welterbe: Relikte vergangener Siedlungen ©DZT (Loïc Lagarde)

Das Welterbe der Prähistorischen Pfahlbauten liegt vielerorts unter Wasser – am Bodensee wird es im archäologischen Freilichtmuseum Unteruhldingen sichtbar gemacht. Die Fundstelle zählt neben 110 weiteren Pfahlbauorten in sechs europäischen Ländern seit 2011 zum UNESCO-Welterbe. Im Jubiläumsjahr 2026 entführen Originalfunde und das Neue Museum am See in die Welt der Stein- und Bronzezeit.

Stuttgart: Le Corbusier am Weissenhof

Ein modernes weißes Gebäude mit flachem Dach und klaren Linien ist unter einem blauen Himmel zu sehen. Das 1927 von Le Corbusier und Pierre Jeanneret entworfene Gebäude ist Teil des Landguts und Museums Weissenhof in Stuttgart. Das Gebäude ist begrünt, ein Weg führt zu ihm hinauf, und es sind einige Texteinblendungen mit Copyright-Informationen in Englisch und Deutsch zu sehen. Stuttgart: Weissenhofsiedlung und -museum im Le Corbusier Haus, Architekten: Le Corbusier und Pierre Jeanneret 1927, UNESCO Welterbe ©Stuttgart-Marketing GmbH (SMG) (Achim Mende)

Zwei Häuser in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung zeigen, wie der Star-Architekt Le Corbusier 1927 neue Ideen des Wohnens erprobte. Seit zehn Jahren sind sie Teil der transnationalen UNESCO-Serie zu seinem architektonischen Werk. Das Weissenhofmuseum macht die Ideen des Neuen Bauens mit Führungen, Vorträgen und Ausstellungen anschaulich.

SchUM-Stätten: Jüdisches Erbe am Rhein

Grabsteine stehen auf dem ältesten jüdischen Friedhof Europas, 'Judensand' in Mainz. Der Boden ist von gelben Blättern bedeckt. Mainz: 'Judensand' ältester jüdischer Friedhof Europas (1012) SchUM-Stätte ©Landeshauptstadt Mainz

Speyer, Worms und Mainz bewahren mit den SchUM-Stätten das erste jüdische UNESCO-Welterbe Deutschlands. 2026 jährt sich die Aufnahme zum fünften Mal. Synagogen, Ritualbäder, Lehrhäuser und Friedhöfe erzählen von Gelehrsamkeit, Gemeindeleben, Verlust und Bewahrung. Ein Erbe, das jüdische, europäische und globale Geschichte verbindet.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Welche UNESCO-Welterbestätten feiern 2026 Jubiläum?

2026 feiern zehn UNESCO-Welterbestätten in Deutschland Jubiläum – darunter der Speyerer Dom, die römischen Monumente in Trier, die Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben, die Bauhausstätten, Zollverein, Regensburg, der Hainich, die Pfahlbauten, Le Corbusier in Stuttgart und die SchUM-Stätten.

Welche Jubiläen eignen sich besonders für eine Städtereise?

Für Städtereisen bieten sich unter anderem Trier, Speyer, Regensburg, Weimar, Dessau, Stuttgart sowie die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz an. Dort verbinden sich Welterbe-Orte mit Museen, Führungen, Altstädten und kulturellen Veranstaltungen.

Welches UNESCO-Jubiläum entführt in die Natur?

Der Nationalpark Hainich in Thüringen steht für das UNESCO-Weltnaturerbe der Alten Buchenwälder. Rangerführungen, Wanderwege und der Baumkronenpfad machen den Wald gut erlebbar.

Wo wird Industriekultur gefeiert?

Im Ruhrgebiet – und ganz besonders „auf Zollverein“ in Essen, wie man hier traditionell sagt. Das ehemalige Zechen- und Kokereigelände feiert in diesem Jahr 25 Jahre UNESCO-Welterbe und eröffnet mit dem Welterbe Forum einen neuen Anlaufpunkt für seine Gäste.

Was macht die SchUM-Stätten besonders?

Die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz sind das erste jüdische UNESCO-Welterbe Deutschlands. Sie stehen für ein bedeutendes Kapitel jüdischer Gelehrsamkeit und Kultur am Rhein.

Wofür steht SchUM?

SchUM ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen hebräischen Städtenamen. Schin (Sch) = SchPIRA = Speyer / Waw (U) = Warmaisa = Worms / Mem (M) = Magenza = Mainz

Wo lässt sich Bauhaus-Architektur 2026 erleben?

Bauhaus-Orte finden Gäste in Weimar, Dessau und Bernau. Historische Schulgebäude, Meisterhäuser, Sammlungen und Besucherzentren zeigen, wie das Bauhaus Architektur, Design und Alltagskultur geprägt hat.