Familie wandert durch die Weinberge bei Obernhof ©DZT (Florian Trykowski)

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9 geschmackvolle Touren zwischen Rebstöcken und Obstbäumen

Für Wanderfans wird jede Tour schnell zum Genuss. Noch reizvoller wird das Erlebnis, wenn Bewegung und Landschaft mit kulinarischen Entdeckungen verbunden sind. Speziell ausgewiesene Routen führen durch historische Weinbaugebiete, Obstgärten und zu Hofläden, Brennereien oder Brauereien. Diese neun Empfehlungen verbinden Naturerlebnis und regionale Spezialitäten – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Rheinhessen: Hiwweltour Westerberg

Auf dieser Runde dreht sich alles um Genuss, landschaftlich wie kulinarisch. Schließlich führt der zwölf Kilometer lange Rundweg durch Deutschlands größtes Weinbaugebiet, vorbei an Streuobstwiesen und kleinen Waldstücken. Höhepunkte der Wanderung sind das imposante Schloss Westerhaus – traditionsreiches Weingut und Gestüt auf dem Westerberg – sowie die historischen Hohlwege bei Ingelheim. Köstlich: Ständig laden Rastplätze zur Vesper und Weingüter sowie Straußwirtschaften zur Weinprobe. Den Wein oder Traubensaft für Ihre Rast können Sie auch am Vinomaten erhalten.

Start: Parkplatz am Sportplatz, 55218 Ingelheim
Dauer: 3 Stunden
Distanz: 12 Kilometer
Anreise mit dem ÖPNV: Vom Bahnhof Ingelheim am Rhein verkehren regelmäßig Busse nach Großwinternheim, wo die Rundtour startet.

Lahntal: LahnWeinStieg

Schmale Pfade am Hang, tief unten die glitzernde Lahn und zwischen Trockenmauern jede Menge Reben: So sieht das Setting des recht neuen Steigs oberhalb von Obernhof aus. Auf gut elf Kilometern fordert der Weg etwas Kondition, belohnt aber mit dem spielerischen Kassiopeia-Parcours und grandiosen Aussichtspunkten. Und weil Wandern hier untrennbar mit Wein verbunden ist, wartet am Ende ein Glas Riesling oder Spätburgunder – gekeltert aus genau den Steillagen, durch die man gerade gegangen ist.

Start: Seelbacher Straße (Parkplatz an der Lahnbrücke), 56379 Obernhof
Dauer: 5 Stunden 30 Minute
Distanz: 10,6 Kilometer
ÖPNV: An der Bahnstrecke Koblenz-Limburg (Lahn) liegt Obernhof, wo die Rundtour am Bahnhof beginnt.

Schwarzwald: Oberkircher Brennersteig

Dieser Weg trägt seinen Namen zu Recht: Entlang der zwischen Rebhängen und Schwarzwaldhügeln verlaufenden Strecke rund um das Hesselbacher Tal und hinauf zum Geigerskopfturm laden gleich mehrere Brennereien dazu ein, in Hofläden oder direkt am Hof ihre Destillate zu probieren. So verbindet der etwa 14 Kilometer lange Steig sportliches Wandern mit geschmackvollen Pausen. Wobei die Aussicht auf die Rheinebene auch ohne die Verkostung von Kirschwasser, Mirabellengeist und Co. berauscht.

Start: Wanderparkplatz, Albersbacher Straße, 77704 Oberkirch
Dauer: 14 Kilometer
Distanz: 3 Stunden 30 Minuten
ÖPNV: Vom IC/ICE-Halt Offenburg geht es mit der Ortenau S-Bahn nach Oberkirch, Ausstieg am Bahnhof oder Köhlersiedlung. Alternativ fährt vom ZOB Offenburg (vor Bahnhofsgebäude) die Buslinie 7137 ins Renchtal. Von den Haltestellen sind Zugangswege (ca. 1 km) zum Wanderparkplatz ausgeschildert.

Schwäbische Alb: Bierwanderweg Ehingen

Soviel vorweg: Die moderate 14-Kilometer-Runde beschwingt auch ohne Bierkonsum, führt sie doch über schöne Wiesen, durch Wälder und vorbei an erhabenen Alb-Aussichtspunkten. Doch mit den Stopps bei gleich fünf Brauereien, deren Getränkespektrum vom Hellen bis zum malzbetonten Dunklen reicht, macht die Tour gleich noch mehr Laune. So wird Baden-Württembergs einziger zertifizierter Stadtwanderweg zur genussvollen Expedition, bei der jeder Schluck ein Stück Heimatgeschichte erzählt.

Start: Marktplatz 7, 89584 Ehingen (Donau)
Dauer: 3 Stunden 30 Minuten
Distanz: 14 Kilometer
ÖPNV: Die Tour startet am Ehinger Marktplatz, drei Fußminuten vom Bahnhof entfernt. Dort kommen regelmäßig Regionalzüge aus Ulm an.

Landkreis Göttingen: Streuobstwanderweg Duderstadt–Mingerode

Gleich zu Beginn der 7,5 Kilometer-Runde, erst 2021 angelegt, geht es am größten alten Obstbaumbestand des Landkreises entlang. Danach bleibt die Route ähnlich dufte, schlängelt sie sich doch über Wiesen und durch alte Alleen. Da ist die Blütezeit von Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen ein Fest für die Augen, die Erntezeit eines für den Gaumen, Stichwort Fallobst! Wen es eher nach Wissen dürstet, dem helfen Infotafeln über Ökologie und Geschichte, etwa des Sulbergturms und der Mingeröder Lindenallee.

Start: Kunsthalle HGN, Karl-Wüstefeld-Weg, 37115 Duderstadt
Dauer: 1 Stunde 55 Minuten
Distanz: 7,5 Kilometer
ÖPNV: Zwischen Duderstadt und Göttingen verkehren regelmäßig Busse. Von der Haltstelle Northeimer Straße sind es noch rund 800 Meter bis zum Start der Tour.

Sauerland: Rothaarsteig-Spur Wisentpfad

Die Wisente, die seit 2013 bei Wittgenstein im Rothaargebirge in freier Wildbahn leben, sehen zwar imposant aus, sind aber sehr friedliebend. Und scheu. Ob man Europas größte Landsäuger überhaupt zu Gesicht bekommt? Gewiss jedoch im Schaugehege, an dem der mittelschwere 13-Kilometer-Rundwanderweg entlangführt. Ebenfalls sicher: Die Strecke durch dichte Wälder und malerische Täler macht Appetit. Gut, dass unterwegs gleich mehrere Einkehrmöglichkeiten bestehen.

Start: Casimirstaler Weg 1, 57319 Bad Berleburg-Wingeshausen
Dauer: 5 Stunden 30 Minuten
Distanz: 13 Kilometer
ÖPNV: Vom Bahnhof Bad Berleburg-Aue sind es etwa 800 Meter Fußweg zum Parkplatz Westertal. Noch näher ist es von der Bushaltestelle Kappler Mühle in Wingeshausen.

Hainich: Wanderweg Hünenteich

Ahorn, Eichen, Eschen, bemoostes Totholz und vor allem Buchen! Sie alle prägen den Nationalpark Hainich, ein Stück Urwald im Westen Thüringens. Mittendurch führt über schmale Pfade und kleine Brücken der an der Fuchsfarm (tolle Einkehr samt Brotzeitverkauf!) startende Rundweg und gewährt auf 5,5 Kilometern immer wieder Blicke auf den Hünenteich. Großer Beliebtheit erfreuen sich zudem der Wildkatzenkinderwald, ein Dorado zum Klettern und Forschen, sowie die Umweltbildungsstation.

Start: Triftchaussee, 99947 Mülverstedt
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten
Distanz: 5 Kilometer
ÖPNV: Von Bad Langensalza aus geht es mit der Linie 733 nach Mülverstedt und von dort zu Fuß in etwa 35 Minuten zum Wanderparkplatz, dem Start- und Endpunkt der Tour.

Taubertal: Wanderweg LT6 – Wasser. Wein. Weite

Historische Brunnen, aussichtsreiche Weinberge und stille Waldwege prägen diesen rund zwölf Kilometer langen Qualitätswanderweg rund um Külsheim im Lieblichen Taubertal. Der Rundweg verbindet Natur und Kultur auf angenehme Weise: Er führt durch die Fachwerkaltstadt mit ihren 18 historischen Brunnen, vorbei am Schloss Külsheim, durch das liebliche Amorsbachtal und hinauf in die Weinlage „Hoher Herrgott“. Unterwegs eröffnen sich immer wieder weite Blicke über die sanften Hügel des Taubertals. Nach der Tour laden regionale Gasthäuser dazu ein, fränkische Spezialitäten und Weine aus den umliegenden Lagen zu genießen.

Start: Schlossplatz, 97900 Külsheim
Dauer: 3 Stunden
Distanz: 12 Kilometer
ÖPNV: Külsheim ist mit Buslinien aus Wertheim und Tauberbischofsheim erreichbar. Vom Busbahnhof führt ein kurzer Fußweg zum Schlossplatz, dem Ausgangspunkt der Rundtour.

Mosel: Seitensprung Leiermannspfad

Steile Weinberge, schmale Waldpfade und spektakuläre Moselblicke machen diesen Seitensprung des Moselsteigs zu einer abwechslungsreichen Rundtour. Auf rund elf Kilometern führt der Weg von Enkirch durch das idyllische Ahringsbachtal vorbei an historischen Mühlen hinauf nach Starkenburg mit seinen traditionellen Backhäusern. Immer wieder öffnen sich grandiose Ausblicke über das Moseltal und die berühmten Steillagen. Der Name des Weges erinnert an die Sage vom Leiermann aus dem Ahringsbachtal. Zum genussvollen Abschluss laden die Weingüter im historischen Weinort Enkirch zu einer Probe regionaler Rieslinge ein.

Start: Moselparkplatz, 56850 Enkirch
Dauer: 4 Stunden
Distanz: 10,8 Kilometer
ÖPNV: Enkirch ist mit Bus und Bahn erreichbar. Vom Bahnhof Kövenig führt (saisonal) die Personenfähre über die Mosel nach Enkirch, alternativ verkehren Busse bis ins Ortszentrum. Der Startpunkt liegt nur wenige Gehminuten entfernt.