Inspiring Germany

Deutschlands Rekorde und Superlative

Der schiefste Turm der Welt, eine Stadt, älter als Rom und die größte Kuckucksuhr, die je gebaut wurde: In Deutschland wartet jede Menge Verblüffendes auf Entdeckung.

Was erwarten Sie von Deutschland? Pünktliche Menschen, saubere Städte, eine gute Infrastruktur? Sie haben recht. Aber es gibt auch Verblüffendes zu entdecken. Kommen Sie mit auf eine Reise zu den verrückten, unerwarteten und rekordverdächtigen Dingen: 

Der Kölner Dom ist der bedeutendste gotische Sakralbau in Deutschland. Wie in jeder Kirche werden öffentliche Gottesdienste abgehalten, Besucher können ins Schatzkammergewölbe hinabsteigen, wo Reliquien, Handschriften und Gewänder von Geistlichen ausgestellt sind, die teils aus dem 4. Jahrhundert stammen. Das ist lange her und passend zur Bauzeit des Kölner Doms. An keinem Gebäude weltweit werkelte man länger.


Am Kölner Dom wurde über sechs Jahrhunderte gebaut

Schon die gleichermaßen berühmte Sagrada Familia in Barcelona ist beeindruckend, an der man seit 1882 baut. Bald soll sie fertig werden. Doch damit wäre der Rekord des Kölner Doms längst nicht geknackt: Der Grundstein des Kölner Wahrzeichens wurde 1248 gelegt, die Fertigstellung 1880 gefeiert. 632 Jahre liegen dazwischen, wobei die Arbeiten wohl rund drei Jahrhunderte ruhten.  

Einen anderen Rekord hält ein mittelalterliches Befestigungsgebäude in Rheinland-Pfalz: Im Ort Dausenau, nicht im italienischen und weit bekannteren Pisa, steht mittlerweile der wohl schiefste Turm der Welt als Teil der alten Stadtmauer. Seine Neigung: 5,22 Grad. Der schiefe Turm von Pisa kann „nur“ knapp vier Grad vorweisen. Selbst eine Kirche im ostfriesischen Ort Suurhusen neigt sich mit 5,19 Grad mehr. Die örtliche Kirchengemeinde bietet Führungen an.


Die größte Kuckucksuhr der Welt

Vergleichbar kurze fünf Jahre dauerte es, um in Triberg im Schwarzwald einen tickenden Weltrekord aufzustellen: Dort im Südwesten Deutschlands wurde die weltgrößte Kuckucksuhr gebaut. Das 4,50 mal 4,50 Meter große Uhrwerk mit bis zu 2,60 Meter im Durchmesser großen hölzernen Zahnrädern können Sie sich bei Führungen von innen ansehen. Allein der Kuckuck wiegt 150 Kilo, das Pendel kommt auf acht Meter, die gesamte Uhr auf sechs Tonnen Gewicht.

Schon mal vor Ort, können Sie zu Fuß den Natur- und Erlebnispark Triberg erreichen, wo die nächste Attraktion wartet: Deutschlands höchster Wasserfall – zumindest außerhalb der Alpen. Über sieben Fallstufen und immerhin 163 Meter stürzt sich das Flüsschen Gutach in die Tiefe. Von einem Steg aus ist der Überblick besonders schön, und man spürt die Gischt im Gesicht. Die Alpen einbezogen, markiert jedoch der Röthbachfall im Nationalpark Berchtesgarden in Bayern mit einer Fallhöhe von 470 Metern den deutschen Rekord. Erreichbar ist er über einen Wanderweg durch die malerische Bergkulisse. Ebenfalls in den Alpen, im Allgäu bei Tiefenbach, gibt es die mit bis zu 150 Meter hohen Felswänden Deutschlands tiefste Schlucht zu bewundern, die Breitachklamm


So hoch wie keine andere Kirche: das Ulmer Münster

Würde man es in dieser Klamm versenken können, das Ulmer Münster würde nur noch gut zehn Meter oben rausgucken. Dessen Kirchturm in der Stadt an der Donau am Rande der Schwäbischen Alb ist mit 161,53 Metern der höchste Kirchturm der Welt – nach einer Basilika in der Elfenbeinbküste. Zur Aussichtsplattform sind es 768 Stufen. Der Blick reicht an klaren Tagen bis zu den Alpen. Am Ulmer Münster, das im Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet blieb, wurde rund 200 Jahre gebaut. 1890 war man fertig.

Da gab es Trier schon lange. Sie ahnen es: Die Stadt unweit der Grenze zum Nachbarland Luxemburg ist die älteste Stadt der Republik. Zumindest vermarktet sie sich als solche. Da es aber keine amtliche Bestätigung dafür gibt und umstritten ist, welche Definition von Stadt gelten könnte, nehmen auch andere Städte diesen Superlativ für sich in Anspruch, darunter Augsburg, Andernach oder Worms.


Die Geschichte von der ältesten Stadt Deutschlands

Um seine Geschichte zu untermauern, führt Trier den Assyrerprinzen Trebeta an, der die Stadt um 2050 v. Christus gegründet haben soll. Damit wäre Trier 1.300 Jahre älter als Rom. Fest steht: Die römischen Baudenkmäler der Stadt zählen in ihrer Fülle seit 1986 zum Unesco-Welterbe, darunter das bekannte Stadttor Porta Nigra als Wahrzeichen der Stadt an der Mosel.

Deutschland ist reich an Unesco-Welterbestätten, mittlerweile sind es an die 50. Doch der Rennsteigtunnel gehört nicht dazu. Dafür ist er der längste Tunnel des Landes. Auf knapp acht Kilometern – die westliche Röhre ist 7.916 Meter, die östliche 7.878 Meter lang – wurde er für die Autobahn 71 Erfurt–Schweinfurt durch den Kamm des Thüringer Waldes getrieben. Spatenstich war 1998, die Eröffnung durch Bundeskanzler Gerhard Schröder 2003.  


Deutschlands größte Insel

Eine imposante Brücke führt von Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern in Deutschlands Nordosten auf die größte Insel der Republik: Rügen. Sie erhebt sich auf 926 Quadratmetern Fläche aus der Ostsee. Der höchste der berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund ist mit 118 Metern der Königsstuhl, der steil ins türkisfarbene Meer abfällt. Berühmt wurden die Kreidefelsen der Stubbenkammer nicht zuletzt durch Caspar David Friedrich. Sie inspirierten den Maler zu dem bekannten Ölgemälde “Kreidefelsen auf Rügen”.


Hitzerekord und Kälterekord in Deutschland

Apropos Kultur: In Deutschland haben Besucher die Auswahl unter rund 6800 Museen – das Kulturangebot von Musik über Kunst bis Theater ist so riesig wie in kaum einem anderen Land der Welt. Bleibt die Frage, ob das größte Volksfest der Welt in die Sparte Kultur fällt: Die Rede ist vom Münchner Oktoberfest, das jährlich Millionen Besucher aus aller Welt anzieht.  

Und schließlich zum Wetter: In Lingen in Niedersachsen wurden am 25. Juli 2019 42,6 Grad Celsius gemessen – so viel, wie noch nie in Deutschland, Hitzerekord. Der Kälterekord dagegen ist älter: 1929 fiel die Quecksilbersäule im oberbayerischen Wolnzach auf arktische 37,8 Grad. Sollte es Ihnen dort einmal zu kalt werden, haben wir es mit einem superlativen Glücksfall zu tun: Denn Wolznach liegt in der Hallertau, einem der größten Hopfenanbaugebiet der Welt. Man könnte sich also ins örtliche Deutsche Hopfenmuseum begeben und eine Reise durch die Hopfengeschichte antreten.