Picknick in den Weinbergen ©DZT (Jens Wegener)

Inspiring Germany

12 saisonale Klassiker: Ein Jahr voller Genuss in Deutschland

Vom Bärlauch im Frühling über den Federweißer im Spätsommer bis zum Stollen im Winter: Jede Jahreszeit begeistert mit Speisen und Leckereien, die es nur jetzt in dieser Fülle gibt. Diese Kalenderreise zeigt, welche regionalen und saisonalen Spezialitäten sich wann und wo in Deutschland besonders gut genießen lassen - in Gasthöfen oder bei stimmungsvollen Kulinarikfesten.

Schlachtfeste und Grünkohlzeit

Grünkohl Gericht in Pfanne mit Kartoffeln und Fleischwurst Grünkohl Gericht ©Adobe Stock (exclusive-design)

Am Jahresanfang duftet es in Deutschland vielerorts nach Rauch, Kohl und Bratwurst. Kein Wunder, jetzt beginnt die Zeit der Schlachtfeste und des Grünkohls. Als Hochburg dieser Genusskultur gilt Oldenburg, das seit 2010 den Beinamen Kohltourhauptstadt trägt. Stars der Grünkohl-Wochen sind neben dem Namensgeber zudem Kassler und Pinkel, eine geräucherte Grützwurst. Bunt gekleidete Gruppen ziehen mit Bollerwagen zur legendären Kohlfahrt und feiern die kalte Jahreszeit mit herzhaften Spezialitäten.

Süßes für die Narrenzeit

Eine Tüte mit rot-weißem Muster enthält kleine, gebackene Teigstücke, die mit Zucker bestreut sind. Einige der Teigstücke sind auf einem Holztisch verstreut. Das Bild zeigt keine erkennbaren Orte oder Gebäude. Mutzenmandeln in einer Tüte ©AdobeStock (rainbow33)

Im Februar übernimmt der Karneval das Regiment – und mit ihm die süße Versuchung. Im Rheinland knuspern Jecken besonders gern Muuzenmändelche, kleine frittierte Teigmandeln, die auf keinem Karnevalstisch fehlen. Nicht nur rund um Köln und Düsseldorf duftet es zudem überall nach mit Marmelade, Vanillecreme oder Eierlikör gefüllten Berlinern. Im Rahmen der „Fetten Woche“ bieten viele Bäckereien noch weitere Leckereien, um vor der Fastenzeit noch einmal genussvoll sündigen zu können.

Bärlauch und Frühlingskräuter

Eine Schüssel, gefüllt mit einer cremigen Suppe, die grüne Bärlauchblätter enthält. Auf der Suppe liegt eine dekorative, weiße Bärlauchblüte mit einem langen, grünen Stiel. Die Schüssel ist weinrot und steht auf einer Holzoberfläche. Bärlauch-Kräuter-Suppe ©AdobeStock (PhotoSG)

Im Frühjahr erwacht mit der Natur die Lust auf frische Kräuter. So auch auf der Schwäbischen Alb, wo etwa rund um Albstadt der aromatische Bärlauch in lichten Wäldern sprießt. Frisch gepflückt peppt er so manchen Schwaben-Klassiker auf, als Verfeinerung von Spätzle, Maultaschen, Suppen und Pestos. Zum Programm der Kräuterwochen gehören veredelte Menüs, die in vielen Gasthöfen kredenzt werden. Kräuterwanderungen und Vorträge stellen alte Heil- und Küchenpflanzen vor.

Ein Hoch auf den Spargel

Bündel von weißem Spargel werden in einem Holzkorb zum Verkauf ausgelegt. Große grüne Blätter bedecken teilweise die Seiten des Spargels. Weißer Spargel zum Verkauf ausgelegt ©Getty Images (Cristina Ionescu)

Der vierte Monat im Jahr ist für viele Feinschmecker die fünfte Jahreszeit, denn nun beginnt die kurze, aber köstliche Spargelsaison. Rund um Beelitz, der Spargelstadt südlich von Berlin, stechen die Bauern nun täglich das schmackhafte Gemüse aus den sandigen Böden. Restaurants locken mit erntefrischen Menüs, Spargelhöfe mit Kutschfahrten durch die Felder. Höhepunkt ist das Beelitzer Spargelfest mit Marktständen, Musik und der Kür der Spargelkönigin.

Erdbeeren und Frühlingsweine

Ein Glas mit einer Dessertschichtung aus Sahne, Erdbeersauce und frischen Erdbeeren, dekoriert mit halbierten Erdbeeren, steht auf einem hellen Holztisch. Im Hintergrund liegen weitere frische Erdbeeren. Das Dessert wirkt frisch und farbenfroh. Erdbeerdessert ©AdobeStock (nata_vkusidey)

Den Wonnemonat Mai verbindet man mit viel Sonne, blühenden Wiesen und Erdbeeren. Entlang der Südlichen Weinstraße öffnen Winzerhöfe und Straußwirtschaften ihre Tore. Musik erklingt zwischen Reben und Fachwerk und überall locken Früchte vom Feld. Serviert werden – auch auf den vielen regionalen Märkten – Erdbeerkuchen, Parfaits und Bowlen. Dazu passen die ersten Rosés und leichten Frühlingsweine, die mit frischer Säure und fruchtigen Noten den Saisonstart feiern.

Streetfood und Biergärten

Auf einem Holztisch stehen zwei Teller mit je einer Portion gebratener Schweinshaxe. München: Traditionelle Mahlzeit, Haxn und ein Maß Bier ©München Tourismus (Christian Kasper)

Spätestens im Frühsommer verlagert sich das Genusserlebnis weitgehend nach draußen: Streetfood-Märkte und Biergärten haben Hochkonjunktur. In und um München gehören zur Gemütlichkeit eine kühle (Radler-)Maß, Obazda und Brezn. Gut zu wissen: Nach alter Biergartentradition dürfen Gäste ihr eigenes Essen mitbringen. Streetfood-Festivals bieten Vielfalt ohne Ende, von Reibekuchen bis Currywurst und Pommes Spezial.

Saison der Heidelbeeren

Ein Teller mit einem Heidelbeer-Pfannkuchen, bestreut mit Puderzucker. Daneben liegen frische Heidelbeeren und einige Minzblätter zur Dekoration. Eine Gabel liegt am Rand des Tellers. Heidelbeer-Pfannkuchen ©AdobeStock (babsi_w)

Sommerzeit, Beerenzeit! So ist in der Lüneburger Heide im Juli die Heidelbeersaison in vollem Gange. Wer will, pflückt die Beeren eigenhändig auf den Feldern oder besucht Heidelbeer- und Bauernhoffeste. Hier wird von gefüllten Pfannkuchen über Smoothies bis zu Marmeladen, Kuchen und Likören so ziemlich alles rund um die blauen Früchte angeboten. Besucher genießen zugleich die Sommerabende bei Wildgrillfesten, bei denen regionales Fleisch über offenem Feuer zubereitet wird.

Zwetschgen, Zwiebelkuchen und Federweißer

Zwetschgenkuchen, ein traditioneller deutscher Pflaumenkuchen, der in quadratische Stücke geschnitten wird, liegen auf einem Schneidebrett aus Holz, daneben frische Pflaumen und Zimtstangen. Zwetschgenkuchen vom Blech ©Adobe Stock (Juefrateam)

Im August kündigt sich in Rheinhessen der Spätsommer genussvoll an: Die Zwetschgen reifen und der erste Federweißer sprudelt frisch aus dem Fass. Vielerorts feiern Weinfeste, etwa in Ingelheim am Rhein, Alzey und Worms, den Auftakt der neuen Saison – mit Kulturveranstaltungen und kulinarischen Köstlichkeiten. Heiß begehrt sind Zwetschgenkuchen, Dampfnudeln mit Kompott und Wildgerichte mit fruchtiger Note. Unschlagbarer Klassiker bleibt jedoch Federweißer mit ofenwarmem Zwiebelkuchen.

Kürbisse zum Verzehren und Staunen

Aufgeschnittener Hokkaido Kürbis auf Holzbrett Hokkaido Kürbis ©Adobe Stock (photocrew)

Auf zur Ernte! Jetzt wird allerorts viel von den Feldern geholt, wobei dem Kürbis eine Hauptrolle zukommt, etwa in und um Ludwigsburg. Die Folge: Restaurants servieren cremige Kürbissuppe, Kürbisflammkuchen oder Kürbisgnocchi. Dazu kommen Zwiebelkuchen, neuer Wein, Pilzgerichte und Apfeldesserts aus der frischen Ernte. Tipp: Die Kürbisausstellung im Blühenden Barock ist mit kunstvollen Figuren aus tausenden Exemplaren, wechselnden Themenwelten und Ess-Ständen die größte der Welt.

Würziges Wild, wohlschmeckende Waldpilze

Eine dunkle Pfanne mit einem Gericht aus braunem Fleisch, Pilzen und grünen Kräutern, serviert auf einem Holzbrett. Ein Holzlöffel liegt in der Pfanne, und im Hintergrund ist ein Stück Brot sichtbar. Das Gericht ist mit frischen Kräutern garniert. Hirschragout mit Pilzen ©AdobeStock (HLPhoto)

Im Herbst schlägt die Stunde von allem, was im Wald so Köstliches für die Küche zu holen ist, allen voran Waldpilze und Wildtiere. Mitteleuropas größtes zusammenhängendes Waldgebiet, der Bayerische Wald, stellt hierfür die erste Adresse dar. Mehrere Landkreise laden zu den traditionellen Wildwochen, mit Pilzwanderungen, Kochkursen und Waldpädagogik ein. Auf den Menükarten der Gasthöfe stehen bevorzugt Rehbraten, Hirschgulasch, Pilzragout und herbstliche Wildschmorgerichte.

Gans schön lecker!

Ein Teller mit einem gebratenen Entenbein, begleitet von Rotkohl und Kartoffelknödeln. Das Essen ist dekorativ angerichtet, und im Hintergrund sind weitere verschwommene Elemente eines gedeckten Tisches zu erkennen. Ein rotes Tischtuch und ein karierter Stoffsaum sind unter dem Teller sichtbar. Martinsgans mit Rotkohl und Knödeln ©AdobeStock (karepa)

Der 11.11. ist nicht nur für Jecken und Laternenkinder ein wichtiges Datum, sondern auch für Leckermäuler. Schließlich kommt am Martinstag mit Vorliebe Gans auf den Tisch. Insbesondere im Havelland und in Berlin stehen Gänsehöfe, Restaurants und Landgasthöfe wochenlang im Zeichen des Festtagsklassikers. So bieten im Rahmen der Gänsezeit viele Gastro-Adressen spezielle Menüs mit knusprigem Braten, Klößen und süß-saurem Rotkohl.

Stille Zeit? Süße Zeit!

Auf einem hölzernen Schneidebrett liegen ein Laib und in Scheiben geschnittene Stücke Dresdner Christstollen, eine traditionelle Spezialität aus Dresden Sachsen: Dresdner Christstollen ©DZT (Mike Hofstetter)

Was den Advent so zauberhaft macht? Die tausenden, im Land verteilten Weihnachtsmärkte, die die Wochen vor dem 24. Dezember mit Glühwein, Lebkuchen, Plätzchen und anderem Gebäck versüßen. Und mit Stollen! Besonders bekannt ist der für seine saftige, buttrige Füllung aus Marzipan, Trockenfrüchten und Nüssen weltberühmte Dresdner Weihnachtsstollen. Der schmeckt am Geburtsort, dem Striezelmarkt, besonders gut. Tipp: Beim Stollenfest kommt hier ein tonnenschweres Riesengebäck zum Verkauf.

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