Familie am Flussufer der Donau ©DZT (Florian Trykowski)

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Coolcation in Deutschlands Mittelgebirgen: 12 kühle Regionen für den Sommer

Wenn die Temperaturen steigen, wächst die Sehnsucht nach Orten, an denen der Sommer etwas entspannter verläuft. Deutschlands Mittelgebirge bieten dafür ideale Voraussetzungen: dichte Wälder spenden Schatten, Höhenlagen sorgen für angenehm frische Luft und Seen oder Flüsse laden zu einer erfrischenden Pause ein.

Der Trend zur sogenannten Coolcation greift genau dieses Bedürfnis auf: Reisen in Regionen, die auch an warmen Tagen naturnahe Erholung versprechen. Von den Vulkanmaaren der Eifel bis zu den Karsthöhlen der Schwäbischen Alb zeigen diese zwölf Reiseziele, wie abwechslungsreich ein Sommer in Deutschlands Mittelgebirgen sein kann.

Sauerland: Seenlandschaft trifft Höhenluft

Landschaft im Sauerland mit Wiesen und Wald Sauerland ©Sauerland-Tourismus e.V (Peter Kappest)

Zwischen Biggesee, Diemelsee und Hennesee wechseln sich bewaldete Ufer, Badestellen und weite Wasserflächen ab. Darüber erhebt sich der Kahle Asten, dessen Höhenlagen selbst an warmen Sommertagen oft angenehm frisch wirken. Wer den Rothaarsteig erkundet, wandert lange Strecken durch schattige Wälder und genießt immer wieder weite Ausblicke über die Mittelgebirgslandschaft. So verbindet das Sauerland Naturerlebnis, Bewegung und wohltuende Sommerfrische.

Eifel: Wo Vulkane heute für Abkühlung sorgen

Kratersee Pulvermaar aus der Vogelperspektive, umgeben von herbstlich gefärbtem Wald und weiten Feldern unter blauem Himmel mit lockeren Wolken Pulvermaar in der Vulkaneifel ©Adobe Stock (AWL Images)

Wo einst Vulkane die Landschaft formten, liegen heute tiefblaue Maare zwischen bewaldeten Hügeln. Das Pulvermaar, das Gemündener Maar und das Schalkenmehrener Maar zählen zu den eindrucksvollsten Zeugen dieser geologischen Vergangenheit. Im Nationalpark Eifel sorgen ausgedehnte Wälder für angenehmen Schatten, während der Rursee Gelegenheit bietet, den Sommer direkt am Wasser zu genießen. Die Verbindung aus Vulkanlandschaft und Natur macht die Region zu einem außergewöhnlichen Ziel für warme Tage.

Schwäbische Alb: Unterirdisch angenehm kühl

Eine Frau sitzt in einem Boot in der Wimsener Höhle in Hayingen. Sie blickt zur Höhlendecke hinauf. Das Wasser in der Höhle ist klar. Das Licht von draußen erhellt einen Teil der Höhle. Hayingen: Frau besichtigt die Wasserhöhle Wimsener Höhle in einem Boot ©DZT (Florian Trykowski)

Das UNESCO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb verbindet aussichtsreiche Hochflächen mit einer faszinierenden Karstlandschaft. Am Blautopf, im Donautal oder am Uracher Wasserfall prägen Wasser und Felsen das Landschaftsbild. Besonders wohltuend wird es unter der Erde: In der Nebelhöhle oder der Wimsener Höhle herrschen ganzjährig kühle Temperaturen. So ergänzen eindrucksvolle Höhlen die vielfältigen Naturerlebnisse der Region.

Odenwald: Wälder, Flusstäler und historische Orte

Ein orangefarbener Waggon fährt in der Nähe einer Bergstation der Königstuhlbahn und Standseilbahn, mit einer schönen Aussicht auf die Stadt Heidelberg. Heidelberg: Bergstation der Königstuhlbahn und Standseilbahn ©Lookphotos (Hanna Wagner)

Schattige Mischwälder, sanfte Höhen und der Neckar prägen den Odenwald. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Landschaft an der Eberbacher Neckarschleife, während das Felsenmeer im Lautertal mit seinen mächtigen Granitblöcken einen spannenden Kontrast bildet. Fachwerkorte und historische Altstädte verleihen der Region zusätzlich ihren besonderen Charakter und verbinden Naturerlebnis mit Kultur.

Pfalz: Sommer unter Deutschlands größtem Waldgebiet

Eine große Felsformation steht im Naturpark Pfälzerwald, Lambrecht, umgeben von grünen Bäumen und Sträuchern Lambrecht: Naturpark Pfälzerwald ©DZT (Francesco Carovillano)

Der Pfälzerwald bildet das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Unter seinem dichten Blätterdach bleibt es selbst im Hochsommer vielerorts angenehm kühl. Zwischen markanten Buntsandsteinfelsen und bewaldeten Höhen bietet das Dahner Felsenland abwechslungsreiche Wanderwege mit immer neuen Ausblicken. Wer Ruhe und Natur sucht, findet hier ideale Bedingungen für entspannte Sommertage.

Bayerischer Wald: Wilde Natur und stille Bergseen

Flusslauf schlängelt sich durch dichten grünen Wald mit hohen Nadelbäumen, umgeben von bewaldeten Hügeln unter dramatischem Himmel mit großen Wolken Fluss Teisnach im Bayerischer Wald ©DZT (Jens Wegener)

Zwischen ursprünglichen Wäldern und klaren Bergseen zeigt sich der Bayerische Wald von seiner naturnahen Seite. Der Nationalpark Bayerischer Wald schützt ausgedehnte Waldlandschaften, in denen sich die Natur weitgehend frei entwickeln kann. Der Große Arbersee und der Rachelsee liegen eingebettet zwischen bewaldeten Berghängen und laden zu einer erfrischenden Pause ein. Die Höhenlagen tragen zusätzlich zu einem frischen Sommerklima bei.

Steigerwald: Alte Buchen und stille Wege

Eine Holzbank steht auf einem mit Blättern bedeckten Waldboden. Hohe Bäume mit grünem Laub umgeben den Bereich und spenden Schatten und eine natürliche Umgebung. Lichtstrahlen dringen durch die Blätter und beleuchten den Boden. Rauhenebrach: Waldstück "Wotansborn" im Steigerwald ©DZT (Florian Trykowski)

Im Steigerwald bestimmen mächtige Buchen und sanfte Hügel das Landschaftsbild. Besonders der Ebracher Forst vermittelt mit seinen alten Waldbeständen eine ruhige, fast ursprüngliche Atmosphäre. Wer langsam unterwegs ist, erlebt hier das Spiel von Licht und Schatten unter den Baumkronen besonders intensiv – fernab größerer Besucherströme.

Hunsrück-Nahe: Frische Brisen auf den Höhen

Grüne Bäume und bewaldete Hügel im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erstrecken sich bis zum Horizont in einem weichen Licht Hunsrück-Hochwald: Die Wälder im Nationalpark ©DZT (Francesco Carovillano)

Weite Höhenzüge und große Waldgebiete verleihen dem Hunsrück selbst im Sommer ein angenehm frisches Klima. Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald wechseln sich naturnahe Wälder mit offenen Ausblicken ab. Auf dem Erbeskopf, der höchsten Erhebung der Region, reicht der Blick weit über die bewaldete Mittelgebirgslandschaft. Eine Region für alle, die Bewegung in der Natur mit milderen Temperaturen verbinden möchten.

Thüringer Wald: Dem Rennsteig entlang

Panoramasicht auf die Talsperre Schönbrunn, ein Stausee umgeben von bewaldeten Hügeln in Schleusengrund Talsperre Schönbrunn in Schleusegrund ©Thüringer Tourismus GmbH (Melf Mäder)

Der Rennsteig führt über viele Kilometer durch schattige Wälder und zählt zu den bekanntesten Höhenwanderwegen Deutschlands. Unterwegs wechseln sich Quellen, Bäche und aussichtsreiche Höhenlagen ab. Schneekopf, Schwarzatal, Vesser-Tal sowie die Talsperren Lütschetal und Schönbrunn sorgen zusätzlich für abwechslungsreiche Naturerlebnisse. Im Thüringer Wald reiht sich eine erfrischende Landschaft an die nächste.

Spessart: Im Schatten alter Laubwälder

Blick über die Wiese auf das Spessart-Gebirge Fernblick oberhalb Weiperz und Breunings im Spessart ©Spessart Tourismus und Marketing GmbH (Claus Tews)

Der Spessart gehört zu den größten zusammenhängenden Laubwaldgebieten Deutschlands. Dichte Baumkronen prägen viele Wanderwege und schaffen ein kühles Mikroklima. Im Naturpark Spessart und im Hafenlohrtal wechseln sich stille Waldpfade mit kleinen Bachläufen ab, während der Wiesbüttsee zu einer entspannten Pause am Wasser einlädt.

Bergisches Land: Wasserreiche Auszeit nahe der Großstadt

Müngstener Brücke, die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, überspannt ein üppig grünes Tal zwischen Remscheid und Solingen, unter dem der Fluss Wupper fließt. Solingen: Sommer an der Müngstener Brücke ©Adobe Stock (Thomas Jablonski)

Nur eine kurze Fahrt von Köln oder Düsseldorf entfernt bestimmen Talsperren, Wälder und sanfte Höhen das Landschaftsbild des Bergischen Lands. Dhünntalsperre, Wuppertalsperre und Aggertalsperre bieten angenehme Erfrischung, während der Bergische Panoramasteig abwechslungsreiche Wanderungen ermöglicht. Mit der Müngstener Brücke und dem Altenberger Dom ergänzen kulturelle Höhepunkte das Naturerlebnis.

Oberpfälzer Wald: Ruhe zwischen Seen und Granitfelsen

Weite Wälder, sanfte Höhen und zahlreiche Seen verleihen dem Oberpfälzer Wald eine entspannte Atmosphäre. Der Naturpark Oberpfälzer Wald, der Steinwald sowie der Murner See und der Steinberger See laden zu Wanderungen, Radtouren und erholsamen Stunden am Wasser ein. Die markanten Doost-Felsen und die Burgruine Leuchtenberg setzen landschaftliche Akzente und machen die Region zu einem abwechslungsreichen Ziel für eine sommerliche Auszeit.

Was bedeutet Coolcation?

Coolcation setzt sich aus den englischen Wörtern cool und vacation zusammen und beschreibt den Trend, den Sommer bewusst in Regionen mit angenehmeren Temperaturen zu verbringen. Statt extremer Hitze stehen schattige Wälder, Höhenlagen, Seen oder Küsten im Mittelpunkt. Deutschlands Mittelgebirge bieten dafür ideale Voraussetzungen und verbinden sommerliche Erholung mit abwechslungsreichen Naturerlebnissen.

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