Aachen, Aachener Dom
Aachen, Aachener Dom ©dpa

Aachen: Von Karl dem Großen bis Karneval – Tradition und Lebensfreude

Fahren Sie nach Aachen, und Sie landen in Europa. Denn wenn es eine Stadt gibt, die Europa lebt, denkt und fühlt, dann ist es Aachen. Mancher vermutet sogar ein spezielles europäisches Gen, das den Menschen der Region gegeben sei. Das hält streng wissenschaftlichen Betrachtungen vielleicht nicht stand, aber trotzdem: Wer Europa sucht, seine geistigen Wurzeln, seine Werte und Ideale, wird in Aachen fündig werden.

Eine Reise durch die Zeit: die „Route Charlemagne“

Es ist ein wunderbarer Gegensatz, dem der Gast auf allen Wegen durch die Stadt begegnet: stolze, altehrwürdige Bauwerke aus allen Epochen und dazwischen eine quirlige Szene, geprägt von 40.000 Studenten aus allen Winkeln der Erde. Sie geben der Stadt ein ebenso lässiges wie buntes Flair, das ganz einfach Lebensfreude ausdrückt. Ein weiterer schöner Beleg für die Weltoffenheit Aachens – und ein guter Grund mehr, sich einfach mal durch die Innenstadt treiben zu lassen, sich gleichsam auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte zu begeben. Eine gute Orientierung bietet die „Route Charlemagne“, auf den Spuren Karls des Großen, seiner Ideen und Visionen. Sie verläuft entlang eines Ensembles herausragender historischer und auch moderner Gebäude, wobei jede Station ein Thema behandelt, das unsere Zeit ebenso prägt wie die Karls des Großen: Geschichte, Wissenschaft, Europa, Religion, Macht, Wirtschaft und Medien.

Von Gotik und Barock bis zum Computermuseum

Auf den Fundamenten der Kaiserpfalz wurde im 14. Jahrhundert das Rathaus errichtet und hunderte Jahre später zu einem barocken Stadtschloss ausgebaut, ein Zeugnis aus der Blütezeit traditionellen Bürgertums. Gleich nebenan, mit der Gaststätte „Zum Postwagen“, liegt seit Jahrhunderten ein Ort gehobener Gastlichkeit. Das Grashaus, ganz frühes Rathaus und heutiges Stadtarchiv, das Haus Löwenstein, ein ehemaliges Wohn- und Gasthaus, oder das Büchelpalais, bis 1752 die städtische Kornhalle, sind einige der weiteren Stationen auf der Route Charlemagne, die jede schon für sich einen Besuch wert sind. Wie auch das „Große Haus“, wo das neueste aus den letzten drei Jahrhunderten sorgsam archiviert und gepflegt wird: Im Internationalen Zeitungsmuseum, dem weltweit größten seiner Art, zeugen 170.000 Zeitungen aus aller Welt und (fast) aller Sprachen von der Schnelllebigkeit der Zeiten – und dass auch die dicksten Schlagzeilen ganz schnell von gestern sind. Auch im Computer-Museum der Technischen Hochschule sieht man so manches, das der beschleunigten Alterung ausgesetzt ist: Was heute noch als hypermodern gilt, steht morgen schon im Museum.

Der Internationale Karlspreis: ein Preis, ein Europa.

Karl der Große ist Namensgeber des Internationalen Karlspreises der Stadt Aachen, der seit 1950 im Rathaus verliehenen Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung. Wie immer man dazu stehen mag, die Einigung ist ein Prozess, der einen alten europäischen Traum hat Wirklichkeit werden lassen: eine über Jahrzehnte währende Epoche des Friedens auf dem „alten Kontinent“. Und sollten Sie nicht gerade zufällig mit dem Karlspreis ausgezeichnet werden: Der Aachener Karneval ist auch ein guter Anlass für einen Besuch dieser großartigen Stadt.

Highlights

Der Aachener Dom

Aachens Quartier Latin: das Pontviertel

2000 Jahre Badekultur

Auf dem Rücken der Pferde