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Rathausplatz Augsburg
Rathausplatz Augsburg ©Dieter Gillessen

Früher Glanz und großes Geld: Augsburg

Augsburg, gelegen im Südwesten Bayerns, ist eine der geschichtlich bedeutendsten Städte Deutschlands. Und eine der schönsten. Wer auf alten Wegen durch die Stadt geht, kann sich mit ein wenig Fantasie fühlen wie ein Renaissancefürst, zumindest aber lässt sich ahnen, welche Bedeutung Augsburg damals, zu den Zeiten der Bankiers- und Kaufmannsdynastie der Fugger, gehabt haben muss – als herausragender Finanzplatz, internationale Handelsmetropole und Ort der Künste.

Spaziergang durch die Jahrhunderte

Lange Zeit prägte die Stadt die Geschichte Deutschlands und Europas. Augsburg war schon immer ein bisschen reicher, glanzvoller und beeindruckender als andere Städte. Schon im Hochmittelalter staunten Reisende über die imposanten Kirchenbauten, beispielsweise über den Dom mit seinen heute fast 1.000 Jahre alten wunderbaren Bronzetüren, und die Basilika St. Ulrich und Afra, benannt nach zwei der Stadtheiligen. Daneben umgab sich das mittelalterliche Augsburg mit großen Wehranlagen und der durchgehenden Stadtmauer, von der noch heute viele Teile erhalten sind. Innerhalb dieser Mauern siedelten sich viele Gold- und Silberschmiede an, die sich über die Jahrhunderte einen hervorragenden Ruf erarbeiteten. Ihre Werke können in verschiedenen Museen und Ausstellungen betrachtet und in den bis heute bestehenden zahlreichen kleinen Betrieben auch gekauft werden.

Zusammen mit den prächtigen Brunnen und Zunfthäusern und natürlich dem Rathaus, dem vielleicht bedeutendsten Renaissancebau nördlich der Alpen, ergibt sich ein Stadtbild von seltener Intensität. Und auch spätere Epochen haben der Stadt ihren Stempel aufgedrückt; vor allem Barock, Rokoko und – viel später – der Jugendstil machen jeden Gang durch die Stadt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Während der Industriellen Revolution entstanden ebenso bemerkenswerte Baudenkmäler wie zum Beispiel die Schülesche Kattunfabrik, der Glaspalast oder das Fabrikschloss, die heute größtenteils als Museen oder Kunstgalerien dienen, außerdem Villen bekannter Industrieller wie das Gignoux-Haus, die Villa Haag oder die Villa Silbermann. Der Jugendstil hinterließ in Augsburg mit der Synagoge, dem Kurhaus in Göggingen, der Herz-Jesu-Kirche und dem Alten Stadtbad ebenfalls ganz außerordentliche Bauwerke.

Wo die Puppen tanzen. Und Brecht wieder zu Hause ist.

Auch Augsburgs Museen öffnen ein Schaufenster der Jahrhunderte, besonders das Schaezlerpalais, ein Glanzpunkt des Rokoko, mit seinen vier bedeutenden Kunstsammlungen. Ein ganz anderes Museum freut sich genauso, wenn Sie ihm einen Besuch abstatten: das Museum der Augsburger Puppenkiste, dieser liebenswürdigen Marionettenbühne, die so manche Kindheitserinnerung bei Besuchern ganz unterschiedlicher Generationen weckt. Gleichfalls im Bühnenfach, wenn auch in einer anderen Sparte, war der berühmteste Augsburger tätig: Bertolt Brecht. Lange umstritten und wenig von ihnen geliebt, haben die Augsburger mittlerweile ihren Frieden mit ihm gemacht und ihm in seinem Geburtshaus eine sehenswerte Ausstellung gewidmet. Und abends, in einer der vielen netten Altstadtkneipen, finden Sie immer jemanden, mit dem Sie ausgiebig über die Augsburger Puppenkiste oder Brecht diskutieren können.

Highlights

Auf Mozarts Spuren

Schöner Wohnen für Arme: die Fuggerei

Industriearchitektur und Moderne Kunst

Weltbühne im Kleinen: die Augsburger Puppenkiste

Veranstaltungen Veranstaltungen

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