Harte Arbeit prägte die Dortmunder und ihre Stadt. Stahl, Kohle und Bier haben den Ruf Dortmunds in aller Welt begründet. Aber heute fahren keine Kumpel mehr in den Berg ein, und die Hochöfen sind längst erkaltet. Trotzdem sind die alten Zeiten lebendig geblieben, und die Industriemonumente von einst erfüllen neue Aufgaben: Sie sind Denkmal, Museum und Bühne zugleich.
Die Stahlindustrie prägte die Entwicklung Dortmunds, doch hat die Stadt die Zeitenwende längst geschafft – in Wirtschaft, Freizeit und Kultur. Die Kultur ist Katalysator des neuen Dortmund, das heute für Musik, neue Lebenskulturen und die Förderung von Kunst und Kreativem steht. Sichtbar geworden ist das an der glänzenden Rolle, die Dortmund im Kulturhauptstadtjahr 2010 spielte. Vergangenes in neuer Form zeigte dabei auch das „3D Erlebnis Stahlwerk“, das Highlight im Hoesch-Museum. Es versetzt den Besucher virtuell mitten in ein Stahlwerk von gigantischen Ausmaßen. Auch die 1992 stillgelegte Kokerei Hansa gibt auf dem Erlebnispfad „Natur und Technik“ faszinierende Einblicke in die Geschichte der Schwerindustrie. Der Weg führt erst hoch hinaus auf den Kohlenturm und dann ins Herzstück der Kokerei, wo einst bei über 1000 °C Steinkohle zu Koks gebacken wurde. Der besondere Reiz des Industriedenkmals besteht im engen Miteinander von neuer Architektur, alter Technik und der Natur, die sich hier ihre Lebensräume still und leise zurückerobert.
Das Brauerei-Museum ist ein weiteres Stück Dortmunder Identität: Die Ausstellung im Maschinenhaus der Hansa-Brauerei von 1912 und der angrenzenden Maschinenhalle zeigt die Geschichte der Dortmunder Brauwirtschaft vom Mittelalter bis heute. Schwerpunkt dabei ist die Zeit der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert, insbesondere die 1950er bis 1970er Jahre, als Dortmund so etwas wie die „Bierhauptstadt“ Europas war.
Dass aber Dortmund mehr hat als Bier und Industriegeschichte, beweisen Opernhaus, Schauspielhaus, Kinder- und Jugendtheater, die neu errichtete Kinderoper, die Museen Ostwall und Adlerturm, die Dortmunder Philharmonie oder auch das domicil, die erste Adresse des Ruhrgebiets für Jazz, Weltmusik und Avantgarde. Und am Alten Markt, in der Krüger-Passage, am Westenhellweg im Herzen der Innenstadt, an der Kampstraße und im Brückstraßenviertel bieten Geschäfte jeder Art ungetrübtes Einkaufsvergnügen – von flippig bis nobel. Und Wer vom Shopping müde geworden ist, findet in den zahllosen Cafés, Restaurants und Kneipen der City immer ein gemütliches Plätzchen, um ein gepflegtes Dortmunder Bier zu nehmen.