Lebendiges Mittelalter und gemeinsame Zukunft: Görlitz
Görlitz: Peterskirche, Blick von Zgorzelec ©Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (Sabine Wenzel)

Lebendiges Mittelalter und gemeinsame Zukunft: Görlitz

Görlitz – die östlichste und für viele die schönste Stadt Deutschlands. Kein Wunder bei über 3.500 Baudenkmalen aus 500 Jahren, die sich stolz, größtenteils liebevoll restauriert, dem staunenden Besucher präsentieren. Zwischen reich verzierten Fassaden, wuchtigen Wehranlagen und ehrwürdigen Kirchen gilt es, eine wunderbare, junge, freundliche Stadt zu entdecken.

Eine zweigeteilte Stadt ist Görlitz zwar – der östliche Teil liegt schon in Polen und heißt Zgorzelec –, aber von einer Teilung ist hier nichts zu spüren. Brücken bauen – das könnte das gemeinsame Motto von Görlitz und Zgorzelec sein. Spürbar wird dies besonders bei den großen Festen in der Stadt: Beim Dreiland-Kurzfilm-Festival etwa, mit Beiträgen aus Deutschland, Polen und Tschechien, oder beim Straßentheaterfestival ViaThea, zu dem sich Künstler und Theatergruppen aus ganz Europa treffen, und natürlich auf dem Zgorzelecer Stadtfest, das immer Ende August am selben Wochenende stattfindet wie das Görlitzer Altstadtfest. Ein doppeltes Stadtfest, wie es so sonst nirgendwo gefeiert wird, ein doppelter Grund zu grenzenloser Freude.

Mittelalter, Jugendstil – und 4.000 Spielzeuge

Den Charme von Görlitz, im Krieg von Zerstörungen fast völlig verschont geblieben, macht aber nicht nur sein mittelalterliches Flair aus, nicht nur Feste und Festivals, auch die würdevollen Straßen und Plätze aus der Gründerzeit und schöne Jugendstilhäuser mit vielen reizvollen Details lohnen jeden Besuch. Ein Einkaufserlebnis besonderer Art bietet das Kaufhaus am Demianiplatz: ein Juwel reinen Jugendstils, das Zeiten und Wandel fast unverändert überstanden hat, mit großem Lichthof und emporenartig angelegten Verkaufsflächen. Ganz in der Nähe ist auch der Schönhof zu bewundern, ein früherer Brauhof und eines der prächtigsten Gebäude der Stadt. Heute ist das Schlesische Museum darin untergebracht: Kunsthandwerk und Kunstgewerbe des 17. bis 19. Jahrhunderts, Handwerks- und Industrieerzeugnisse und Kunst aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Nicht nur Kinder haben ganz sicher ihre Freude im Görlitzer Spielzeugmuseum: Über 4.000 Spielzeuge aus dem Erzgebirge entführen in die Welt des Spielens von 1850 bis heute.

Was Brad Pitt in Görlitz drehte

Görlitz ist auch als Filmkulisse erste Wahl. Eine Szene vor dem Rathaus beispielsweise, mit seiner Uhr aus dem Jahr 1524, zaubert pure Renaissance auf die Leinwand. Schon zu DDR-Zeiten wurden hier immer wieder Historien- und Märchenfilme gedreht; nach der Wende wurde Görlitz auch schon mal zum Paris des 19. Jahrhunderts, und vor gar nicht langer Zeit machten Brad Pitt und Kollegen die Stadt als „Inglourious Basterds“ unsicher. Vielleicht waren sie aber auch wegen der rustikalen deutschen Küche hier, die Görlitz zu bieten hat. „Zur schwarzen Kunst“, ein uraltes Gasthaus mit offenen Kamin, urigem Kellergewölbe und Biergarten, ist eine dieser Adressen, wo man genau so gut isst wie Görlitz schön ist.

Entdecken Sie das Reiseland Deutschland auf der Karte

Planen Sie hier Ihre Deutschlandreise. Einfach Favoriten hinzufügen, Reihenfolge festlegen und losfahren!

0 Favoriten ausgewählt