Göttingen

Göttingen: Große Geister, Gelehrte und das Gänseliesel.

Es stimmt nicht, dass man einen Doktortitel braucht, um Göttingen zu besuchen. Aber es hilft durchaus in dieser Stadt, die vor Bildungsbeflissenheit nur so zu vibrieren scheint, die so sehr von studentischem und akademischem Leben geprägt ist wie keine andere in Deutschland. Allein 44 Nobelpreisträger kamen aus Göttingen, haben dort studiert, geforscht oder gelehrt.

Dominierend in Stadtbild und Selbstverständnis ist die Universität mit ihrem klassizistischen Hauptgebäude in der Stadtmitte, 1737 durch Kurfürst Georg II. August von Hannover, gleichzeitig König von Großbritannien, gegründet. Überall in der Stadt erinnern Gedenktafeln aus weißem Marmor an über 300 berühmte Göttinger Gelehrte – eine Reise durch die Geistesgeschichte Europas. Die Altstadt, umgeben von der mittelalterlichen Wallanlage, beherbergt zahlreiche historische Gebäude – und das Wahrzeichen Göttingens, das Gänseliesel, die Jugendstilfigur vor dem Alten Rathaus. Ein armes Mädchen, das seine Gänse hütet, aber Liebling aller frisch gebackenen Doktoren ist. Sie drücken ihm – so ist es Brauch – nach bestandener Prüfung einen Kuss auf die Wange und haben es so zum, wie man sagt, meistgeküssten Mädchen der Welt – oder zumindest Göttingens – gemacht.

So wie das geistige ist auch das kulturelle Leben der Stadt von allerhöchstem Niveau. Dazu gehören zuvorderst die jährlich im Frühsommer veranstalteten Internationalen Händel-Festspiele, die herbstliche Tanz-Kultur-Woche und, ganz neu, der Clavier-Salon, wo internationale junge Preisträger solistisch und im Rahmen von Kammermusikdarbietungen auftreten. Seit 1978 findet jeweils am ersten Wochenende im November das Göttinger Jazzfestival statt, seit 2006 wird das „Indoor-Altstadtfest“ gefeiert, und fast allabendlich lassen es im Nörgelbuff, dem beliebtesten Live-Club der Stadt, Göttinger Bands so richtig krachen. Ebenfalls im Herbst wird es literarisch. Seit 1992 findet jährlich der zehntägige Göttinger Literaturherbst im Alten Rathaus und im Deutschen Theater statt. Und das Literarische Zentrum Göttingen bestreitet ein ganzjähriges Programm, zu dem nicht nur Autorinnen und Autoren, sondern auch Kulturschaffende aus angrenzenden Bereichen eingeladen werden. Sie sehen: Göttingen hat immer Saison. Wer es hingegen gern etwas ruhiger hat, besucht die Völkerkundliche Sammlung oder eines der anderen bedeutenden Museen der Stadt. Wo auch immer: Es ist schön, in Göttingen zu sein. Mit und ohne Doktorhut.

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