Zwischen Schwarzwald, Vogesen und den Pfälzer Bergen in der Rheinebene gelegen, ist Karlsruhe gleichermaßen Technologie- und Wissenschaftszentrum und Sitz der bedeutendsten Gerichtshöfe Deutschlands. Zudem arbeitete in Karlsruhe auch der erste Empfänger einer E-Mail, die mit einem Computer auf deutschem Boden empfangen wurde. Sie kam am 3. August 1984 von einer Mitarbeiterin der US-Universität Wisconsin und war an den Informatiker Michael Rotert gerichtet.
Eine Stadt wie die Sonne und Straßen wie Sonnenstrahlen
Ein großes, prächtiges Schloss, aber keine Altstadt? – wird man sich in Karlsruhe vielleicht fragen. Karlsruhe ist eine junge Stadt, erst 1715 gegründet, und so fehlen die mittelalterlichen Gässchen vieler anderer deutscher Städte. Der badische Markgraf Karl Wilhelm ließ sich seine Traumstadt am Reißbrett entwerfen, mit dem Schloss im Zentrum, von dem aus wie auf einer Kompassrose 32 Straßen und Alleen wie Sonnenstrahlen wegführen, einem Fächer gleichend. So präsentierte sich Karlsruhe von Beginn an als Stadt ohne Mauern, offen für Freunde und Gäste, tolerant und liberal. An der Gründung beteiligten sich Menschen aus Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz und vielen deutschen Ländern, die badische Verfassung von 1818 war ihrer Zeit weit voraus, und 1822 entstand hier das erste Parlamentsgebäude in Deutschland.
Klassizismus in der Stadt, badische Küche auf dem Teller
Der Architekt Friedrich Weinbrenner prägte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Stadtbild, und noch heute kann man viele seiner Bauten in der Innenstadt Karlsruhes wiederfinden; so zählt der Marktplatz mit evangelischer Stadtkirche und Rathaus an der zur Via Triumphalis ausgebauten Nord-Süd-Mittelachse zu den markantesten klassizistischen Platzanlagen in Europa. Nicht so streng wie die Architektur hingegen ist die Atmosphäre hier: Rund um den Markt kann man das Stadtleben von einem der vielen Straßencafés und Biergärten aus beobachten, sich auf eine Shoppingtour auf Badens längster Einkaufsmeile, der Kaiserstraße, begeben, oder sich mit erlesenen badischen Gaumenfreuden verwöhnen lassen. Und sich anschließend ins kunterbunte Karlsruher Nachtleben stürzen. Am nächsten Tag könnten dann die vielen Museen, z.B. das Landesmuseum im Schloss, oder die öffentlichen Parks und Grünflächen Karlsruhes eine willkommene Alternative sein: Botanischer Garten, Schlossgarten und Zoologischer Garten sind grüne Inseln und Oasen der Ruhe, die schon für sich den Besuch Karlsruhes lohnen würden – wenn es nicht so vieles anderes Interessantes gäbe. Und weil das geistige Klima in der Stadt schon immer ein bisschen liberaler war, blühen Kunst, Kultur und Medien ebenso wie Party, Shopping und die typische badische Gastfreundschaft.