Lübeck, Holstentor
Lübeck, Holstentor ©panthermedia

Die Schönheit der Macht: Lübeck

Lübeck, die Königin der Hanse, wurde im Jahre 1143 als erste „abendländische Stadt an der Ostseeküste“ gegründet und ist ein leuchtendes Vorbild für die gesamte hansische Städtefamilie im Ostseeraum. Mittelalterliches Ambiente und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten bestimmen noch heute das wunderbare Stadtbild und erinnern an die große Vergangenheit als freie Reichs- und Hansestadt.

Leuchtturm der Freiheit - und Zentrum des Welthandels

Lübeck: über Jahrhunderte klang der Name der Stadt nach Freiheit, Recht und Wohlstand. Das Lübische Recht, eine damals fortschrittliche Sammlung land- und seerechtlicher Gesetzestexte, inspirierte über 100 Stadtgründungen rund um die Ostsee – die Voraussetzung für den grandiosen Aufstieg der Hanse zur größten Handelsmacht ihrer Zeit. Ihr unbestrittenes Zentrum war Lübeck, eine der glanzvollsten frühen Metropolen des Welthandels. Die vom Wasser umschlossene Altstadt mit den sieben Türmen ihrer fünf Hauptkirchen bietet 1.000 Jahre lebendige Geschichte und steht als UNESCO-Weltkulturerbe unter Denkmalschutz. Zu Recht: Die reiche Substanz an Baudenkmälern aus Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus, die Gassen und Wege, Kirchen und Klöster, Bürgerhäuser und Befestigungsanlagen ergeben ein einzigartiges Bild der Geschlossenheit. Zu den wichtigsten Bauwerken zählen das Ensemble rund um das Rathaus, das Burgkloster, der Koberg – ein vollständig erhaltenes Viertel des späten 13. Jahrhunderts – mit Jakobikirche, Heiligen-Geist-Hospital und der Bebauung zwischen Glockengießer- und Aegidienstraße, das Viertel mit den ehrwürdigen Patrizierhäusern zwischen Petrikirche und Dom, das Holstentor und die Salzspeicher am linken Traveufer.

Das zweite Gesicht der Stadt und drei Nobelpreisträger

Ein Spaziergang durch das mittelalterliche Lübeck ist ein einzigartiges Erlebnis – zumal die Stadt auch durchaus Neuzeitliches zu bieten hat: Wenn der Tag geht, kommt Leben in die zahlreichen Kneipen, Restaurants, Bars, Clubs und Diskotheken: Lübeck verwandelt sich in ein quirliges Szenequartier, und so mancher nüchtern zurückhaltende Hanseate entdeckt hier seine ausgelassene Seite. Vielleicht auch Günter Grass, neben Thomas Mann und Willy Brandt einer der drei Nobelpreisträger, deren Name sich mit Lübeck verbindet. Im Forum für Literatur und Bildende Kunst, einfacher Günter-Grass-Haus genannt, stellt eine Dauerausstellung die Bildkunst des gefeierten Schriftstellers und die enge Verbindung seiner Literatur- und Kunstproduktion vor. In Wechselausstellungen werden neben Grass' Werk aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Musik andere „Doppelbegabungen“ gezeigt. Zum Haus gehören ein Garten mit Grass-Plastiken, Archiv, Bibliothek und ein Laden.

Lübecks schönste Tochter und eine süße Köstlichkeit

Travemünde: Ohne ihre „Kleine“ hätte die Königin der Hanse sich die Krone wohl niemals aufsetzen können. Die reiche Handelsstadt war abhängig von einem freien Zugang zum Meer, und schon 1329 kaufte sie das kleine Fischerdorf für 1.060 Markpfennige. Ein guter Kauf, wie ein Ausflug in das hübsche Hafenstädtchen beweist. Ein guter Kauf ist übrigens immer auch Lübecker Marzipan. Mandeln, der Grundrohstoff, sollen bereits im 13. Jahrhundert in Lübeck eingeführt worden sein, und als seltener Süßspeise wurde dem Marzipan damals eine Heilwirkung zugeschrieben. Deshalb oblag die Herstellung im 16. Jahrhundert ausschließlich den Apothekern. Bald jedoch erkannte auch der Adel diese Köstlichkeit – und Marzipan hielt als Nachspeise auf fürstlichen Tafeln Einzug. Dem Volk wurde die Kostbarkeit jedoch meistens verwehrt – doch ist das zum Glück schon lange nicht mehr der Fall.

Highlights

Literaturmuseum Buddenbrookhaus – Thomas-Mann-Zentrum Lübeck

Lübecks stolzes Symbol: das Holstentor

Immer eine Sünde wert: Lübecker Marzipan

Willy-Brandt-Haus