Frankfurt am Main
Frankfurt am Main ©DZT (Keute, Jochen)

Frankfurt – die Geldbörse der Republik

In Frankfurt ist vieles ein bisschen größer als in anderen Städten Deutschlands: der Flughafen, das Bankenviertel, das Messegelände und, vielleicht überraschend, der Grüngürtel rings um die Stadt. Groß ist mittlerweile aber auch der Stolz der Frankfurter auf ihre Stadt, die in puncto Lebensqualität so ziemlich alles in den Schatten stellt. Und sei es in den Schatten der Skyline mit ihren beeindruckenden Hochhäusern.

Die Stadt und der Fluss: Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne
Frankfurt am Main liegt wirklich am Main. Auch andere Städte haben Flüsse, aber kaum sonstwo dominiert der Fluss das Stadtbild so wie in Frankfurt. Schon die Mainbrücken sind eine Sehenswürdigkeit für sich, jede unterschiedlich in Bauweise und Charakter. Und welche der beiden Fußgängerbrücken man wählt, um den Main zu überqueren, ist ein bisschen eine Frage der Einstellung: eher traditionell, ruhend, solide wie der neogotische Eiserne Steg, eröffnet 1869, oder verspielt, bunt, unkonventionell wie die 1990 errichtete Stahlkonstruktion des Holbeinstegs. Auf beiden Seiten breitet sich eine einzigartige Stadtlandschaft aus. Steil aufragende Wolkenkratzer, würdige Handels- und Bürgerhäuser, schöne Kirchen und elegante Museumsbauten. Frankfurt ist ein Freilichtmuseum unterschiedlichster Stile und Epochen. Und gleichzeitig eine Art Lexikon zeitgenössischer Architektur: Oswald Mathias Ungers, Hans Hollein, Richard Meier, Helmut Jahn, Herzog & de Meuron und viele andere haben hier ihre Visitenkarte abgegeben und Frankfurt zur baulich vielleicht modernsten Stadt Deutschlands gemacht.

Innenstadt und Apfelwein Goethe auf der Spur
Immer modern in Frankfurt ist Johann Wolfgang Goethe gewesen, und wer auf seinen Spuren durch Frankfurt geht, erschließt sich die Stadt fast wie von selbst. Von der Innenstadt aus, von seinem Geburtshaus, könnte der Weg in die Goethestraße führen, die luxuriöse Einkaufsstraße der Stadt. Weiter geht es über das Herz der Stadt, die Hauptwache, und über den Main zum Städel, wo das berühmte „Goethe in der Campagna“ von Hans Tischbein hängt. Weiter südlich, schon im Stadtwald, wird die Mühe, den 45 Meter hohen hölzernen Goetheturm zu besteigen, mit einem großartigen Blick über die ganze Stadt belohnt. Der Rückweg könnte über die Gerbermühle führen, eine der ältesten Gastwirtschaften und sehr schön am Mainufer gelegen. Goethe, der aus freundschaftlicher Verbundenheit mit dem damaligen Pächter, Bankier Johann Jakob von Willemer, hier oft verweilte und sich seinerzeit unsterblich in Willemers Ziehtochter Marianne verliebte, trank schon damals gelegentlich ein Gläschen Apfelwein. Es ist auch heute noch das Lieblingsgetränk der Frankfurter.

Zwei Museen und ein seltenes Tier: Was es nur in Frankfurt gibt
Gast in der Gerbermühle war wahrscheinlich auch der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann, der mit dem „Struwwelpeter“ einen Klassiker der Kinderliteratur erschaffen hat. In einer alten Villa im vornehmen Westend haben ihm die Frankfurter ein Museum gewidmet, mit Zeichnungen, seltenen Struwwelpeter-Ausgaben, Übersetzungen, Parodien und mehr. Dass Bildergeschichten in Frankfurt Tradition haben, beweist auch das „Caricatura“, Deutschlands führendes Museum für gehobenen Nonsens. Zwei Museen nur von fast 60, beide aber so speziell, dass es sie nur in Frankfurt geben kann.

Abseits von Big Business, Architektur, Kultur und Apfelwein hat Frankfurt noch eine ganz andere Seite. Der Frankfurter GrünGürtel rund um die Stadt bietet 80 qkm zum Durchatmen und Luftholen. Wälder, Parks, Wiesen, Äcker, Bäche und Weiher, Lebensräume für eine reiche Pflanzen- und Tierwelt, ausgezeichnet von den Vereinten Nationen als gutes Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung. Und Heimat des Grüngürteltiers, eines Fabelwesens, das bisher ausschließlich im Frankfurter GrünGürtel gesichtet worden sein soll.

Highlights

Großes Geld und hohe Häuser: das Bankenviertel

Kunst und Kultur in höchster Dichte: das Museumsufer

Geschichte, Kulte und Kultur: das Jüdische Museum

Geburtsstätte des Genies: das Goethehaus

Bedeutend: Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie

Alles, was gut und neu ist: das Museum für Moderne Kunst

Frankfurts gute Stube: der Römerberg

Frankfurts gemütlichstes Eck: Sachsenhausen

Das hört sich immer gut an: die Alte Oper

Ein Stück vom Paradies: der Palmengarten

Rolltreppe ins Shopping-Vergnügen: My Zeil

Für Freiheit und Demokratie: die Paulskirche