Offenbach

Offenbach – auf eigenen Wegen zum Erfolg

Dass sich Offenbach und in freundschaftlicher Nachbarschaft zugeneigt wären, kann man auch beim besten Willen nicht behaupten. Es ist eher eine hingebungsvoll gepflegte Rivalität, die sich in beleidigenden Witzen, beißendem Spott und der Überzeugung äußert, dass die Existenz des jeweils anderen eigentlich nur ein dummer Streich der Geschichte sein kann. Was ganz besonders für den Fußballverein der Nachbarstadt gilt.

Industriekultur und Handwerkskunst

Manche Offenbacher glauben bis heute, in alten Dokumenten Belege dafür finden zu können, dass Frankfurt einstmals zu Offenbach gehört habe. Bewiesen ist das nicht, wohl aber, dass Offenbach und Frankfurt wirklich gegensätzliche Städte sind. Anders als in Frankfurt entwickelte sich in Offenbach eine ausgeprägte bürgerliche Industriekultur, von der bis heute spezialisierte Museen zeugen. Das Ledermuseum zum Beispiel, entstanden aus der langen Tradition Offenbachs in der Lederverarbeitung. Oder das Klingspor-Museum, das internationale Buch- und Schriftkunst zeigt, darunter Arbeiten von Peter Behrens und das Manuale Tipografico des berühmten Typografen Bodoni. Grundstock dieses Museums ist die Sammlung von Karl Klingspor und des 1938 nach New York emigrierten Offenbachers Siegfried Guggenheim – noch heute ein Name von ausgezeichnetem Klang. Im Jahr 1800 war in Offenbach die Kunst der Lithografie erfunden worden, und seitdem ist die Stadt ein Zentrum des grafischen Gewerbes. Die berühmte Offenbacher Hochschule für Gestaltung und rund 900 Betriebe aus den Bereichen Design, Druck, Grafik und Film machen Offenbach zu einem der wichtigsten Kreativzentren Deutschlands.

Die Wettermacher und prominente Besucher

Weniger Kreativität als Genauigkeit ist übrigens beim Deutschen Wetterdienst gefragt, der seit 1952 seinen Hauptsitz in Offenbach hat. Wenn man auch von seiner Tätigkeit meistens erst hinterher Notiz nimmt, lohnt doch ein Besuch im Wetterpark Offenbach, Naherholungsgebiet, Themenpark und Freilichtmuseum in einem.

Berühmte Kreative wie Niccolò Paganini und Wolfgang Amadeus Mozart besuchten mehrmals die aufstrebende Stadt, der eine, um die hier hergestellten Saiten zu erwerben, der andere, weil seine Noten hier verlegt wurden. Dass auch Goethe häufiger Gast war, hatte allerdings einen anderen Grund: Seine Verlobte wohnte hier. Offenbachs Museen, darunter auch das Museum Rosengarten für zeitgenössische Kunst, seine schönen Gründerzeitviertel, das Isenburger Schloss – einer der bedeutendsten Renaissancebauten nördlich der Alpen – bemerkenswerte Kirchen und seine Parkanlagen machen Offenbach aber auch heute zu einem lohnenden Ziel.

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