Sindelfingen

Großindustrie und Fachwerkhäuser: Sindelfingen

Sindelfingen zu besuchen heißt Mercedes-Benz zu besuchen, oder? Gut, wer das Hauptwerk des Konzerns sehen möchte, muss sich vor die Tore Stuttgarts nach Sindelfingen begeben. Wer aber einfach ein hübsches schwäbisches Städtchen sehen möchte, für den lohnt sich der kleine Abstecher ebenfalls. Übrigens auch für Shopper: Lange waren hier unzählige Webereien ansässig, und noch heute gibt es hier viele kleine, aber feine Modefirmen.

Vom Weberstädtchen zum modernen Industriestandort

Viel typisch Schwäbisch-Gemütliches hat sich in Sindelfingen ein bisschen länger gehalten als anderswo, denn spät erst begann das Städtchen über den von viel Fachwerk geprägten mittelalterlichen Stadtkern hinauszuwachsen. Die Ansiedlung von Industrie verlief schleppend – bis die Daimler-Motoren-Gesellschaft 1915 in Sindelfingen ein Werk errichtete. Innerhalb weniger Jahrzehnte wandelte sich die Stadt dann zu einem modernen Industriestandort. Begleitet wurde dieses Wachstum von einem großzügigen Ausbau der Infrastruktur, und als in den 1970er Jahren die Einnahmen sprudelten, begann man sogar, die Zebrastreifen an manchen Stellen mit Carrara-Marmor zu gestalten.

Drei Rathäuser und eines der größten Straßenfeste Europas

Über diese und andere Aspekte der Stadtgeschichte informieren das Stadtmuseum im Alten Rathaus von 1478 und das angrenzende Salzhaus von 1592. Am Marktplatz, wo das Mittlere Rathaus steht, lohnt der Freundschaftsbrunnen einen Blick: Um einen zentralen Brunnen mit dem Sagenpferd Pegasus sind sechs weitere kleine Brunnen angeordnet, die für sechs Partnerstädte Sindelfingens stehen. Im anderen Alten Rathaus schließlich, im Stadtteil Maichingen, ist ein Teil der Städtischen Galerie untergebracht. Das Museum Schauwerk, 2010 eröffnet, zeigt deutsche und internationale Kunst aus der Zeit der 1960er Jahre bis in die Gegenwart. Interessant sind aber auch die industriegeschichtlichen Ausstellungen: Etwa im Webereimuseum in der Alten Webschule oder in der ehemaligen Lochkartendruckerei der IBM, in der 1994 das „Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung“ eingerichtet wurde: Was vor nicht allzu langer Zeit Inbegriff des Fortschritts war, findet sich heute schon im Museum.

Gar nicht museal dagegen ist das pulsierende Stadtleben: Eine Vielzahl von Geschäften und Märkten lädt zum Bummeln ein, und kulinarisch kann man sich in netten Restaurants, Gaststätten oder Biergärten verwöhnen lassen: Die Sindelfinger Gastronomie hält – von gepflegter schwäbischer bis hin zu internationaler Küche – für jeden Geschmack etwas bereit. Tipp: das Internationale Straßenfest am dritten Juniwochenende ist eines der größten Straßenfeste Europas.

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