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Historic Highlights of Germany von A bis Z
Trier: Römisches Erbe und französischer Charme.

Trier: Römisches Erbe und französischer Charme.

Trier, als Augusta Treverorum im Jahr 16 vor Christus unter dem römischen Kaiser Augustus gegründet, ist nicht nur als älteste Stadt Deutschlands bekannt, sondern auch als bedeutendes Zentrum antiker Baudenkmäler und Kunstschätze. Das zeigt sich schon beim Anblick der Porta Nigra, dem am besten erhaltenen Stadttor der antiken Welt und heutigen Wahrzeichen der Stadt an der Mosel.

Augusta Treverorum oder Novaesium, Trier oder Neuss – welches nun wirklich die älteste Stadt Deutschlands ist, soll hier einmal offengelassen werden. Fest steht aber, dass Trier schon von den Römern in den Rang einer Stadt – im Gegensatz zur Siedlung – erhoben wurde. Römische Kaiser, später Bischöfe, Kurfürsten und Bürger haben Trier ihr Gesicht gegeben; eine ganze Reihe Baudenkmäler von Weltrang – viele davon seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes – und Kunstschätze sind erhalten geblieben und erzählen ihre bewegte Geschichte. Die Porta Nigra, das Amphitheater oder die berühmten Kaiserthermen , in denen es sich die Römer gut gehen ließen, die Relikte der Barbarathermen aus dem 2. Jahrhundert und die ebenso alte Römerbrücke, heute noch als wichtige Verkehrsstraße genutzt, zeugen von der großzügigen Anlage der Stadt in der Antike. Aber auch die mittelalterlichen Baudenkmäler wie der Dom St. Peter, der älteste Deutschlands, oder die frühgotische Liebfrauenkirche hinterlassen einen tiefen Eindruck. Dass im Übrigen Frankreich nicht weit ist, spürt der Gast vor allem dann, wenn es um den guten Geschmack geht. Vorzügliche Restaurants bieten kulinarische Köstlichkeiten, die keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauchen. Große Weine von Mosel, Saar und Ruwer spielen dabei natürlich eine wichtige Rolle, und die Winzer der Region begeistern bei zahlreichen Stadt- und Weinfesten. Jährliches Highlight ist die einen Monat währende Mosel WeinKulturZeit. Hier werden in und um Trier geschmackliche Höchstleistungen in jeder Hinsicht geboten – ein guter Grund, es sich einfach mal einen ganzen Monat lang gut gehen zu lassen.

Der mittelalterliche Hauptmarkt mit Steipe, Rotem Haus, St. Gangolf, Marktkreuz, Petrusbrunnen und der naheliegenden Judengasse, die Benediktinerabtei St. Matthias und die wehrhaften Wohntürme wie der Frankenturm oder der Turm Jerusalem sind weitere Stationen auf einem Spaziergang durch das historische Trier. Eine gute Gelegenheit auch, das beeindruckende Stadtmodell im Stadtmuseum Simeonstift zu bewundern oder im Rheinischen Landesmuseum antike Fundstücke und Mosaikfußböden zu betrachten. Und auch wenn seine Fangemeinde überschaubar geworden ist: Karl Marx war einer der größten deutschen Denker und Philosophen, und das Karl-Marx-Haus, der Ort seiner Geburt, ist über alle ideologischen Grenzen hinweg einen Besuch wert. So viel Geist und so viel Geschichte, und doch ist Trier mit der Fachhochschule und der Universität eine durch und durch junge und lebendige Stadt, eine wunderbare, lebens- und liebenswerte Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart. Überall in der Stadt bieten sich Geschäfte, Cafés, Kneipen und Bistros zum Bummeln und Verweilen an. In Kultureinrichtungen und Szeneclubs wird ein vielfältiger Mix aus Musik, Kleinkunst und Unterhaltung geboten, besonders in der Tuchfabrik, kurz TUFA, einem bundesweit beachteten Veranstaltungszentrum. Schon im November 1985, noch im Nachhall der 2000-Jahr-Feier der Stadt, wurde sie eröffnet und ist seitdem Arbeitsstätte und Bühne für Künstler aller Sparten. Der selbst gestellte Anspruch lautet bis heute, ein Kultur- und Kommunikationszentrum für alle zu sein. Das Schöne daran: Damit sind auch alle Gäste der Stadt gemeint.

Städte Highlights

Erst Stadttor, dann Kirche und jetzt Denkmal: Die Porta Nigra, das „Schwarze Tor“ ist das größte und besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen und heute Wahrzeichen der Stadt. Wie bei vielen historischen Denkmälern sieht man aber auch hier: So richtig fertig sind die Baumeister von damals nicht geworden, was in Anbetracht der damaligen technischen Möglichkeiten aber auch kein Wunder ist. Tiefes Eintauchen in die Geschichte des Tores ermöglicht ein lebensechter Zenturio in seiner Paraderüstung bei der Erlebnisführung „Das Geheimnis der Porta Nigra“.

Wo schon vor 1.800 Jahren römische Gladiatoren kämpften, bietet „Herkules und die Königin der Amazonen“ im Amphitheater ein mitreißendes Spektakel nach historischen Quellen. Denn im September steht Trier wieder ganz im Zeichen von „Brot & Spiele“: Ein Festprogramm, in dem das antike Rom wieder aufersteht. Mythologie und Astronomie werden ebenso präsentiert wie Handwerkskunst, das Alltagsleben oder exerzierende Legionäre – römisches Leben in allen Facetten. Die Tavernenwelt lädt ein zum Entspannen und Genießen – natürlich mit „echt“ römischen Speisen. Und für junge Gäste gibt’s Bogenschießen, Münzprägen, Kettenhemd-Anprobe und die Schmuckwerkstatt zum Selbermachen.

Die eindrucksvolle Ruine der Kaiserthermen, die verschütteten Räume und die Mauern der Vorgängerbauten gehören zu den wichtigsten bisher bekannt gewordenen Bauten der Stadt. Noch heute kann man in den Thermen ober- und unterirdisch hautnah Geschichte fühlen und erleben. Die Mauern des Warmbades, des Caldariums, gehören zu Recht zu den städtischen Wahrzeichen. Die Kaiser- und Barbarathermen gehörten nach den Anlagen in Rom einst zu den größten Badeanlagen des Römischen Reiches. Bei einer Erlebnisführung „Verrat in den Thermen“ erlebt der Besucher eine fast vergessene Epoche in einer spannenden Zeitreise.

Die Tuchfabrik, kurz TUFA, ist ein regionales Kulturzentrum und Kleinkunstbühne in der ehemaligen Tuchfabrik Weber. Im Verein Kulturwerkstatt schlossen sich Gruppen, Bands, Ensembles und Einzelkünstler, die weder Proberäume noch Ausstellungs- und Aufführungssäle zur Verfügung hatten, zusammen. Der Träger Tufa e.V. ist der Dachverband von mittlerweile 25 Einzelvereinen, die die gesamte Bandbreite der Kultur repräsentieren, ergänzt das Programm durch eigene Veranstaltungen, hauptsächlich aus dem Bereich Kleinkunst. Durch diese Zusammenarbeit sind die Themen der angebotenen Veranstaltungen, Kurse und Workshops besonders abwechslungsreich.

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