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Karlsruhe: Denkfabrik mit Kultur und Lebensart.

Karlsruhe: Denkfabrik mit Kultur und Lebensart.

Zwischen SSchwarzwald, Vogesen und Pfälzerwald in der Rheinebene gelegen, Technologie- und Wissenschaftszentrum, Sitz der bedeutendsten Gerichte Deutschlands und Internethauptstadt des Landes: Karlsruhe. Und weil das geistige Klima hier schon immer ein bisschen liberaler war als anderswo, gedeihen in Karlsruhe auch Kunst, Kultur und Lebensfreude besonders gut.

Ein großes, prächtiges Schloss, aber keine Altstadt – wird man in Karlsruhe vielleicht etwas verwundert feststellen. Karlsruhe ist noch relativ jung, es wurde erst 1715 gegründet, und so fehlen die mittelalterlichen Gässchen vieler anderer deutscher Städte. Der badische Markgraf Karl-Wilhelm ließ sich seine Traumstadt am Reißbrett entwerfen, mit dem prächtigen Schloss im Zentrum, von dem aus wie auf einer Kompassrose 32 Straßen und Alleen wegführen, einem Fächer aus Sonnenstrahlen gleichend. So präsentierte sich Karlsruhe von Beginn an als Stadt ohne Mauern, offen für Freunde und Gäste, tolerant und liberal. An der Gründung beteiligten sich Franzosen, Polen, Italiener, Schweizer und Deutsche aus dem ganzen Reich, und so entwickelte sich in Karlsruhe schneller als anderswo ein modernes Staats- und Menschenbild. Die badische Verfassung von 1818 war ihrer Zeit weit voraus, und 1822 entstand hier das erste Parlamentsgebäude in Deutschland. Immer schon ihrer Zeit voraus ist auch Karlsruhes bedeutendste Kulturinstitution, das ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie. Kein Museum, kein Institut, kein Dokumentationszentrum – sondern alles zusammen und noch viel mehr. Eine weltweit einzigartige Einrichtung, die unter ihrem Dach das Museum für Neue Kunst, das Medienmuseum und die Institute für Bildmedien, für Musik und Akustik sowie für Medien, Bildung und Wirtschaft vereinigt und sich wie kein anderes Haus mit der Entwicklung und Gestaltung der Informationsgesellschaft, ihrer Medien und aktuellen Kunstformen auseinandersetzt. Untergebracht ist es in einer früheren Waffenfabrik – was schon für sich ein schönes Symbol für den Wandel der Zeiten ist.

Neue Medien und Klassizismus – diese Kombination ist typisch für Karlsruhe. Der Architekt Friedrich Weinbrenner prägte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Stadtbild, und noch heute kann man viele seiner Bauten in der Innenstadt Karlsruhes wiederfinden. Der Marktplatz mit evangelischer Stadtkirche und Rathaus zählt zu den markantesten klassizistischen Ensembles in Europa, das Weinbrenner noch durch ein Baudenkmal von geradezu übermütiger Formensprache perfektionierte: durch die Karlsruher Pyramide, bis 1825 errichtet und letzte Ruhestätte des Markgrafen. Nicht ganz so streng wie die Architektur hingegen ist die Atmosphäre hier: Rund um den Markt kann man das Stadtleben von einem der vielen Straßencafés und Biergärten aus beobachten, sich auf eine Shoppingtour auf Badens längster Einkaufsmeile, der Kaiserstraße, begeben oder sich mit erlesenen badischen Gaumenfreuden verwöhnen lassen. Und sich anschließend ins kunterbunte Karlsruher Nachtleben stürzen. Am nächsten Tag könnten dann die vielen Museen, zum Beispiel das Landesmuseum im Schloss, oder die öffentlichen Parks und Grünflächen Karlsruhes eine willkommene Alternative sein: Botanischer Garten, Schlossgarten und Zoologischer Garten sind grüne Inseln und Oasen der Ruhe, die schon für sich den Besuch Karlsruhes lohnen würden. Und sollten Sie Ende Juli in der Stadt sein, dann erwartet Sie das FEST: mit über 200.000 Besuchern eines der größten Rock- und Pop-Open-Air-Festivals in Deutschland, bekannt für hochkarätige Bands, extra viele Angebote für die lieben Kleinen, meistens gutes Wetter und begeisternde Stimmung. Gerade das ist in Karlsruhe aber auch nicht weiter überraschend.

Städte Highlights

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe besitzt die größte Sammlung von interaktiven Medienkunstwerken weltweit; konsequent werden hier Kunst und neue Medien miteinander vernetzt.

Das Medienmuseum ist das erste vollständig interaktiv konzipierte Museum, das als Schwerpunkt die Werke der neuen Gattung Interaktive Medienkunst präsentiert, ihre Wirkungsweise darstellt und sie hinterfragt. Installationen und Environments beziehen den Betrachter durch unterschiedliche Strategien ein und zeigen den kreativen Umgang mit neuen Technologien.

In der Fächerstadt regierten früher die Markgrafen, heute herrscht hier die Lebensfreude. Was der Grundriss verspricht, hält die badische Metropole: Hier ist man auf der Sonnenseite des Lebens. Klimatisch, gastronomisch, atmosphärisch, und außerdem liegt kaum eine andere Stadt landschaftlich so reizvoll. Ins Elsass ist es nur ein Katzensprung, der Schwarzwald beginnt hier, Pfälzer Wald und Vogesen sind gleichsam um die Ecke – in Karlsruhe liegt alles vor der Haustür.

Als Karl Wilhelm von Baden-Durlach 1715 den Grundstein für das Schloss legte, bedeutete dies zugleich die Geburtsstunde der Stadt. Auf seinen Wunsch hin wurde das Schloss mitten in die bis dahin unberührte Natur des Hardtwaldes gesetzt, ähnlich, wie es Ludwig XIV. in Versailles vorgemacht hatte. Strahlenförmig breiten sich Straßen und Alleen vom Schloss her aus – ein Symbol für Macht und Vollkommenheit. Bis 1918 diente das Schloss als Herrscherhaus der Markgrafen bzw. Großherzöge von Baden. Heute sind in dem Prachtbau das Badische Landesmuseum und ein Teil des Bundesverfassungsgerichts untergebracht.

Der Karlsruher Marktplatz, vom badischen Baumeister und Städtebauer des Klassizismus Friedrich Weinbrenner um 1800 entworfen, ist der zentrale Platz in der Innenstadt und bildet den Höhepunkt eines in allen Einzelheiten durchgeplanten architektonischen Ensembles. Staunen und Kopfschütteln hingegen ist eine typische Reaktion auf das Wahrzeichen der Stadt, das einfach nur dazustehen scheint, spitz, kantig, unverrückbar und ein gewisses ägyptisches Flair verbreitend: die Pyramide aus rotem Sandstein, wohl einer der ungewöhnlichsten Grabsteine der Geschichte: Seit 1807 ruht hier der Stadtgründer, Markgraf Karl Wilhelm.

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